Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite IV (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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IV „Mein Mutter, die mich schlacht Mein Vater, der mich aß Mein Schwester der Marlenkchen Die saiymelt meine Venichen." Das Jahrbuch ist nämlich mütterlicherseits ein Kind der entschlafenen Zensur, die immer erst die Kinderchen abschlachtet, ehe sie diese zum Essen vorsetzte. Wir wollen keinem Todten ein Böses nachsagen, nicht einmal der tobten Zensur, zumal da man Nichtwissen kann, wie bald sie nicht wieder als Gespenst umgehen kann. So hatte die Matrone Zensur bei aller Verbissenheit auch ihr Gutes.- sie bändigte den Styl und rief eigenthümliche literarische Gebilde von unverfänglichen äußern Manieren mit gut versteckten Intentionen hervor. Ein solches Gebilde war der erste Wiener Almanach für Juden. Er erschien unter dem Titel „Bikure haiitim, erste Früchte der Zeiten. Ein nützliches und lehrreiches Geschäfts- und Unterhaltungsbuch auf das Jahr 5581 als Neujahrsgeschenk für gebildete Hausväter und Hausmütter, als Prümienbuch für die fleißige Jugend." — Man sieht aus dem breitspurigen Titel, wie zahm und harmlos der junge Held auftrat, der die alte Offizin des Anton Edl. von Schmidt, des k. k. Buchdruckers, zur Hebeamme hatte. Mutter Zensur that das ihrige, das Kind zuvor abzuschlachten, und viel edles Blut ablaufen zu lassen. Das „Prämienbuch für fleißige Jugend" unterhielt «die gebildeten Hausväter und Hausmütter" mit dem Charakter deS hohen Priesters Jadua und mit dem Hofkanzleidekret vom 4. Januar, das den Behörden zur Pflicht macht auf die gute Erhaltung der Straßen zu sehen." «Moralische