Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 6 (4.1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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ganz. — Aber davon haben die Zuschauer nichts gemerkt. Sie waren nachher noch sehr damit beschäftigt festzustellen, ob Haman am Galgen „besser" ausgesehen hat oder auf dem Bilde, auf dem seine liebevolle Gattin ihn tröstete. Gustel witk ower RarLsbad. Der Frühling hat dem Blau-Weiß wieder eine neue Gruppe zugeführt. Doch nicht der Frühling dieses, sondern der des vorigen Jahres. Ja, ein ganzes Jahr schon wandern wir und leben im Blau-Weiß. Die Zahl dev Jungens und Mädels hat sich zwar verringert, der Bund ist aber dadurch nicht schlechter geworden. Aber auch solche sind nicht mehr bei uns, die den jungen Bund liebgewonnen. Unser Gründer und (Oberführer Böhm wurde nach Prag versetzt. Otto Schach befindet sich Studien halber ebenda. Aus der Führerschaft sind eingerückt: Artur Mühlstein, Richard Frank, Fritz Fauska, Karl Zentner und Ernst Löwenstein. Daher mußten je 2 Knabenzüge zusammengezogen werden. — wir lernen hebräisch und haben eine kleine, eigene Bibliothek. Unsere Feste feierten wir im Freien, im Heim oder im Saal. Die purimfeier verlief sehr lustig, wir Aelteren blieben bis zum späten Abend beisammen. Mit den umliegenden Bünden stehen wir in regem Verkehr, wir hatten Lreffahrten mit Aomotau, Saaz, Brüx und Teplitz. Schach, Georg Zentner und Otto Mühlstein unternahmen im Sommer eine Achttagswanderung ins Ltbsandsteingebirge und besuchten die Aomotauer., Brüxer-, Teplitzer-, Aussiger- und Tetscheuer Blau-Weißen. Auch trafen sie eine Gruppe Mährisch-Ostrauer. Bei uns waren Aomotauer Jungens und Teplitzer Madels, einzelne Blau- Weiße aus Prag, Teplitz, Wien, Pilsen, Ratibor und Berlin. Otto Mühlstein Pfaffe**»!?*. Mit dem ersten Sonnenstrahl wurde der Betrieb bei uns wieder lebhafter. Jeden Sonntag wandern alle Züge hinaus in unseren Schwarzwald, besonders bei den kleinen Jungens ist die Beteiligung sehr gut. Heimabende sind regelmäßig und gut besucht. Echter Bläu-Weißgeist herrschte bei unserer purim- .fahrt: gesunder, jüdischer Geist! Am Lchöllbronner Steinbruch trafen wir uns, um am Feuer gemeinsam Purim zu, feiern. Die Purimgeschichte wurde erzählt, — •bann gesungen und herrlich gespielt. Bei den Spielen spürte man so richtig die Arast, die doch in uns allen steckt. Auch hatten wir zum zweitenmal Nadelverleihung. Unsere Jungens führten sehr nett „David und Goliath" auf. Grausig sah der Riese aus, wie er ganz langsam mit Tannenzweigen am Haupte den Steinbruch heraufkam. Am meisten freute uns dabei, daß unsere Jungens nach jüdischen Helden suchen. Persönliches: Gretel Goldberg hat ihr Amt als Führerschaftsleiterin niedergelegt, an ihre Stelle trat ich. Erwin Marcussohn-Berlin wurde Führerschaftsgast. Alice Mansbach arbeitet während ihrer Ferien bei uns mit, ebenso Martin wohlgemut und Max Neumaier, beide Führer in Mannheim. Weißmann-Heidelberg Hat uns Bieder verlaßen. Hanna Strauß 2*3