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Blau-Weiss-Blätter · 1918-04-01 · 6 (4.1918) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
6 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Eiche heran, die abweisend und unnahbar alle seine Lebe immer wieder von sich stößt. Bis auch für sie die stunde schlägt, für sie der Tag kommt, der alle ihre Knospen sprengt, der Tag der tausend Wunder» Wanderung durch das „Rote Meer" Nach einer wohlgemuten Wanderung durch die rieselnde Kas» kadenschlncht trete ich aus den Gehegen des Waldes heraus und sehe überraschend eine braune Fläche vor mir liegen, eine glatte, rötlichbraune Fläche, die bis zu dem Strich, wo sie mit dem Horizonte verschwimmt, sich ausdehnt. Ich platsche im Sumpflande, die Stiefel quietschen und knarren im Wasser; bei jedem Schritt und Sprung spritzt es um mich herum auf. hüpfend und tanzend, jedes Steinchen, jeden Baumstumpf zum Aufspringen benutzend nähere ich mich durch die Feuchtigkeit der Wiesen dem Meere. Ein paar krumme Weiden, hohl vom Alter und fast unbelaubt durch die Heftigkeit des daherfanfenden Windes, strecken ihre fast kahlen Rutenzweige gen Himmel. Am Schilfrande stehen einige Schilfkolben steif und hoch wie Kerzen. Und zwischen den paar Bäumen ohne Laub und den Kerzen ohne. Schein liegt blank, glatt, dunkel der Spiegel des Meeres. Ueber mir ein fahler Himmel, grau in grau gepinselt; nur zu» weilen schimmert ein schwachgoldener Sonnenstrahl durch. Manchmal beginnt ein feiner Regen zu fallen, ein Sprühregen. In den Wolken ein paar kleine Punkte, die sich schnell verschieben; Geier. Rasch strebe ich weiter, um aus der freudlosen Gegend z» kommen. Alles verstimmt hier dein, ersten Anblick. Nirgends ein Dach, nirgends ein fröhlicher Mensch, aber rings umher grenzenlose Eintönigkeit. — Doch halt, kommt dort hinten nicht jemand durch das Meer gestapft? Langsam, er hat es nicht eilig! Er tut keinen Sprung, sondern gemächlich umgeht er die sumpsigen Stellen. Und weil bald da ein Tümpel faulen Wassers, bald dort ein Morast vor ihm liegt und dann das lockere Meer über seinen Füßen zusammenschlägt, nähert er sich in seltsamem Zickzackgange, auf dem er bald diese, bald «ine andere Richtung einzuschlagen gezwungen ist. —

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