Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 4 (12.1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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jjrr ."77 ■1 ■■bsi.j. 1 * ■-■qi1 iiJ'i-1 .•u,mr . 1 .. ■ . ■ iy> Fahrtenbericht Am letzten Sonntag haben wir Stuttgarter unsere erste größere Fahrt gemacht. Sie war so schön, daß wir in den BlauWeiß» Blättern gerne davon erzählen wollen. Die Vorbereitungen waren etwas umständlich, Vir hattenuns vorgenommen, den hohenzollern zu erklimmen, und' dazu müßten WM um 5 Uhr früh von Tübingen abfahren. Infolgedessen waren die Stuttgarter gezwungen, nach Sabbath Ausgang mit der Bahn nacjt Tübingen zu kommen, um dort zu übernachten. Unsere Aufgabe war es, die \2 Mann in den drei zu Gebote stehenden Zimmern unter, zubringen. Manche schliefen auf der Erde, manche auf dem Sost^ manche im Bett — was man so schlafen nennt. Um ®/*5 klingelte aber doch der Wecker in den verschiedenen Häusern und Dauerlauf, erreichten wir schließlich alle den Zug, Man versuchte schlafend die s V« ständige Fahrt zu überwinden. Endlich waren wir am Ziel. Es war noch völlige Nacht, als wir als die einzigen in der kleinen Station Zollern aus stiegen, hie und da glitzerte ein Stern zwischen den Wolken, sonst war alles in tiefe Dunkelheit gehüllt. Die Müdigkeit war buchstäblich wie weggeblasen. Es wehte nämlich ein so starker Wind, daß man nur mit Kenntnis des Parallelogramms der Kräfte vorwärts kam. Und der Wind wehte, daß die Bäume an der Strafe sich ächzend hin und her wanden, daß uns die Dhren klangen von seinem Sausen und pfeifen. Er kroch in alle Fugen und Ecken, er drohte, die Häuschen von Zollern umzureißen, er nahm die letzte Wärme, die wir noch gerettet hatten. Ein Hund kläffte wütend: das war das einzige, was wir auf lange Zeit durch das Brausen des Windes hindurch hörten. Eine mündliche Verständigung war un» möglich. Dafür wurden aber unsere Augen um so mehr in Anspruch genommen. Sehr bald tauchte links der hohenzollern mit der Burg auf. Zuxrst eine Silhouette: zwei im spitzen Winkel aufeinander zn» prebende Linien und, dicht vor ihrem Vereinigungspunkte die zackigen Türme und Umrisse der Burg. I>e höher wir stiegen, um so mehr wuchs sie empor, während unter uns das Tal lebendig wurde. Das Grau des Morgens lötete die Lichter, die da und dort aufgeblitzt waren, Feld und Wald schieden voneinander und die Höhen,gegenüber grenzten sich mit einem Hellen Strich gegen den nachtwolkenfchwarzen Himmel ab. Das Element wütete doppelt so stark, als wir mit letzten Schritten «ns dem schützenden Wald näherten, gerade, als ob es uns den Weg abschneiden wollte. Man schreitet noch einmal so stolz, wenn man