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Blau-Weiss-Blätter · 1917-12-01 · 4 (12.1917) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
4 (12.1917)
Date
1917-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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jüdischen Staat zu Ansehen und zu einer gewissen Macht im Rahmen -er alten Welt zu verhelfen — und trotzdem: Reiner dieser Krieget und Staatsmänner, von deren-Taten fast der ganze Inhalt der Makkabäerbücher handelt, prägt fich unserer Phantasie so unauslöschlich mit der Eindringlichkeit eines persönlichen Erlebnisses ein, wie jener zornentbrannte Eiferer vom Dorfaltar zu Modem, von dem uns -och nur wenige Zeilen berichten. Was ist es, das uns diesen Mann so nahe bringt, ja, ihn uns in die Nähe rückt: eines Abraham, der den eigenen Sohn zu opfern bereit ist, eines Mose, der den Aegypter erschlägt, eines Elia, der am Bache Kison ^50 Baalpriester schlachtet. Ist es ein Riesenhaftes im Ausmaß seiner Persönlichkeit, das ihn uns als einen Geistesverwandten jener Gewaltigen empsinden läßt, deren Leben in unerhörter Weise die innere Welt unseres Volkes umgepaltete 7 Oder war sein Leben von so weitwirkender Bedeutung für das äußere Schicksal des Volkes wie das des Abraham und des Mose? O nein, weder hatte die Tat des Mattathias und die sich anschließende Bewegung über den Rahmen einer glanzvoll beginnenden Episode Hinaus wesentliche Bedeutung, noch strahlten von seiner Persönlichkeit Form und Farbe unseres Volkstums gestaltende Kräfte aus, wie von jenen. Männern der Vorzeit. Und doch, wenn wir im zweiten Kapitel des ersten Makkabäerbuches lesen, wie die Abgesandten des Königs Epiphanes nach Modem kommen und ihnen viel Volks zuläuft und wie fie dann von Mattathias um seines Ansehens willen verlangen, er solle der Menge mit gutem Beispiel vorangehen und das vom Könige befohlene Opfer bringen, er aber sich mit stolzen Worten weigert — schon da steht er mit plastischer Anschaulichkeit vor uns. Dann aber heißt es weiter: „Als er eben diese Rede beendigt hatte, trat vor aller Augen ein jüdischer Mann herzu, um auf dem Altar zu Modem dem Befehle des Königs gemäß zu opfern. Als das Mattathias sah, geriet er in Eifer, und sein Innerstes erbebte, und er ließ seinem Zorn freien Lauf, wie es sich gebührte, lief hin und lötete ihn am Altar. Zugleich aber tötete er auch Len königlichen Beamten, der zum Opfern nötigen sollte, zerstörte den Altar und eiferte so für das Gesetz, wie pinehas gegenüber Simri, dem Sohne Salus, tat. Sodann ließ Mattathias in der Stadt den lauten Ruf erschallen: Jeder, der für das Gesetz eifert und den Bund aufrecht erhalten will, ziehe aus, mir nach! So flohen er und seine Söhne ins Gebirge und ließen alle ihre l)abe in der Stadt zurück." Hier erleben wir es: Das ist Geist vom Urquell jüdischen

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