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Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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thodoxie eine schwere Einbuße erleiden. Ob freilich die Frömmigkeit der Bewohner eine Sache des Herzens oder nur der Ueberlieferung ist, wage ich nicht zu entscheiden. Ein lebendiges Judentum ist in Franke» nicht zu Hanse. Da» gilt für Baiersdorf» Nagenbach. Forchheim und wie diese Reste einer bedeutenden Siedlung alle heißen mögen. Wir wünschen, daß der neue Geist, der überall im Judentum erwacht, auch an diesen versprengten Seilen unseres Volkes Wunder tun möge. München Eli Steiuberg Sommerfahrt Mit einem Jt««n6« <w» tttaftental Köstlicher, strahlender Sonnenglanz weckt mich. Er spielt an den Wänden, ist auf dem Tisch, hinter dem Gfen, ist überall: denn mein Fenster geht nach Gsten —- ich kann den Sonnenaufgang seh'n. — Ich stehe auf und rüste mich zu gehen. Der Sonne entgegen. Denn wir ziehen heut gen Gsten. — Doch als wir aus dem Zug steigen — da ist das strahlende Licht verblaßt, «ine Wolkenmauer steht davor, und die Erde strahlt nicht mehr im festlichen Glanze der Sommersonne. Und weit vor uns — im Gsten wieder — beginnen die Wolken schon schwarz zu werden. — Wir ziehen das Flußtal hinab. An Granitfelsen vorbei, die kahl find und auf denen nur oben dunkler, mächtiger Wald steht. Nur Vogelbeerbäume, in brennendem Rot wachsen hie und da auf dem dunklen Granit. — Die Ueberfahrt mit der Fähre ist so schön, das kalte Wasser so verlockend am Tage, der schon schwül zu werden beginnt, daß wir den Wunsch verspüren, noch einige Wal« hin und zurück zu fahren. Aber uns locken die mächtigen, breiten hügelkuppen, die dunklen, rauschenden Wälder, die fich unendlich weit vor uns breiten — und wir gehen. — Der Legen des Feldes kommt bald! Gold ist die Farbe, eitel Gold, nur nicht glänzend, weil ja di« Sonne nicht scheint, aber doch Gold! Und die Aehren hängen schwer: Freut euch: der Legen der Felder kommt! Wir find im Wald. Da breitet fich plötzlich zu unseren Füßen «ine grüne Wiese aus. Und auch unter den Bäumen da hinten ist es immer noch so grell-grün. Ist's Moos? Heidelbeeren, köstliche, von „Blut triefende" Heidelbeeren! Bald werden Zähne und Lippen und Nase blau, und erst die Händel — ‘ Als wir müde werden, da werfen wir uns ins Gras. Ins

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