Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 3 (10.1917)
- Date
- 1917-10-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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weit kam); an der Arbeit werden wir genesen. Die Arbeit müssen wir in den Mittelpunkt unseres StrebenS stellen, auf ihr unseren Bau errichten. Erst wenn wir die Arbeit an sich zu einem Ideal erheben, richtiger, wenn wir daS Ideal der Ar> heit zur Entfaltung bringen, können wir von unserer Krankheit gesunden und den Riß schließen, der uns von der Natur trennt. Die Arbeit ist ein großes mensch» liches Ideal, ein Ideal der Zukunft, und ein großes Ideal ist wie eine heilende Sonne. Wenn auch die Geschichte nicht die Tendenz des BelehrenS hat, so kann und muß doch jeder, der Augen im Kopfe hat, dorr ihr lernen. Wir können aus unserer Lage in Vergangenheit und Gegenwart lernen, daß wir in dieser Sache die erstensein müssen. Wir alle müssen arbeiten. Ich will nicht urteilen und belehre», aber eS ist mir klar, daß der Lehrer, der Schriftsteller, der Dichter darüber nachsinnen sollte, wieviel ihm die Arbeit zu geben imstande wäre. Ich weiß, daß dies vielen sonderbar und paradox vorkommt, aber eS geschieht hie und da, daß gerade das Paradoxe den Gedanken mächtig weckt. Wer weiß, vielleicht führen auch diese Worte zu einem Nachdenken. Einen neuen Geist braucht unsere Wiedergeburt. A. D. Görvon Die Heumahl (««**«»*> ««• „Anna V«r«minau Am andern Morgen erhob sich Ronstantin Lewin frühzeitiger als sonst, aber häusliche Anordnungen hielten ihn noch auf, und als er zur Heuernte kam, waren die Mäher bereits bei der zweiten Reihe. Schon vom Berge herab gewahrte er unten am Fuße desselben den dunkleren bereits gemähten Teil der Wiese und die grauen Schwaden, und schwarzen Haufen der Röcke, welche von den Mähern dort, von wo fie die erste Reihe begonnen hatten, abgelegt worden waren. 3« näher er kam. um so deutlicher traten die Gestalten der hintereinander in langer Reihe getrennt schreitenden, sensenschwingenden Bauern hervor; einer im Rock, der andere nur im Hemd; er zählte ihrer zweiundvierzig. Langsam bewegten ste sich vorwärts auf dem unebenen Grund der Wiese, auf dem ein alter Damm hinlief; einzelne seiner eigenen Leute erkannten Lewin; dort sah er den alten Jermil in einem sehr langen weißen Ueberhemd, gebückt seine Sense schwingend, hier den jungen tüchtigen Waska, der Lewins Rutscher war, jede Reihe mit einem Strich niederlegte, dann Tit, ein kleines hageres Männchen, Lewins Lehrmeister im mähen. Ghne sich zu bücken, schritt derselbe voran, wie spielend mit seiner Sense breite Reihen schneidend. kewin stieg vom Pferde, band es beim Wege an und begab stch zu Tit, welcher eine zweite Sense aus einem Busche herosrholte und fie ihm reichte.