Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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öas 5\80. Jahr nach der Zerstörung des zweiten Tempels; da erschien, kaum daß nach die Morgenröte dis schwarze Nacht zu verscheuchen begann, plötzlich der König Saragasanus im Iudenviertel. Zu feiner Rechten ging der Verräter Markus; es folgten alle Großen des Reiches, eine Menge bewaffneten Kriegsvolkes von 300 Männern mit blanken Schwertern, um, wenn der König ihnen winkte, Alles niederzumachen. Die Juden waren sehr überrascht, eilten von ihrem Lager, tim ihren König zu begrüßen und ihm zu huldigen; die Rabbinen zogen ihnen mit de»« 56 Thorarollen voran. Da sprach, als sie sich dem Könige näherten, Saragasanus zu ihnen: „Ich will einmal die Gesetzrollen Eures Propheten Moses, in deffen Namen Ihr mich segnet, sehen". Todesangst überfiel die Juden, und die Rabbinen sprachen unter sich: „lveh uns! welches Unglück hat Gott über uns verhängt." Sie ahnten nicht, wie väterlich der Herr seine Frommen geschützt hatte» Die Diener Saragasanus ritten heran, und öffneten die Gehäuse der Gesetzrollen. lvie waren alle erstaunt, als sie dieselben sahen, und den 44. Vers des 26. Kapitels im 3. Buche Moses aufgerollt fanden: „Aber auch so, wenn sie sein werden im Lande ihrer Leinde, werde ich sie nicht verwerfen und sie nicht verschmähen, sie zn vernichten, meinen Bund mit ihnen zu brechen, denn ich bin der Ewige, ihr Gott." Und so fand es sich in allen 36 Kästchen. Der König Saragasanus, als er sich von den Verleumdungen des Markus überzeugt hatte, war er sehr gnädig, dankte den Jude» für ihre Anhänglichkeit und erließ ihnen als Zeichen seiner Huld, für drei Jahre alle Abgaben und Steuern. Den Verleumder Markus aber ließ er augenblicklich hängen, den Leichnain den Hunden vorwerfen und die Ueberreste verbrennen. > Die Gemeinde feierte ein Dank» und Freudenfest für die ihr gewordene wunderbare Offenbarung und setzte. für ewige Zeiten fest» daß der 17. Tag des Monats Schebat ein gottgeweiheter bleibe, «in Last» und Bettag, an welchem die Armen reich bedacht werden sollen. Der Abend dieses Tages aber, wo diese Begebenheit gelesen wird, sei der Freude, Gastmählern und Gesängen geweiht. Noch heute, nach 436 Jahren, lebt in Jerusalem eine aus Saragoffa stammende Familie, welche die. auf Pergament geschriebene, uralte Megillah, besitzt und am \7, Schebath liest und mit einem Freudenmahle feiert.