Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 1 (5.1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Nicht weit davon ist das Monument Absalons und das des Propheten Sacharin; am letzten Grte betet man an Festtagen, und besonders am % Ab werden hier die Klagelieder rezitiert. Der Gelberg ist hoch und wüste; man bemerkt kaum einen Gelbaum hier^ von da oben konnte man in der Ferne Sodom und Gomara, die jetzt einen Satz» fee-bilden, sehen; ich hörte von Leuten, die dort waren, daß man da überall auf auf dem Boden Satz fände. Von Lot's Frau wußte mir Niemand was zu sagen, denn es sollen dort eine Unzahl von Salzsäulen sein und man kann daher nicht unterscheiden, welche die der Frau Lot's ist. Am Zionsberg, nahe an den Königsgräbern haben die Franciscaner eine große Kirche; vor langen Zeiten waren auch die Königsgräber ihr Eigentum. Li« reicher aschkenaflscher (Jude), der nach Jerusalem kam, wollte die Gräber dem Könige abkaufen und geriet dadurch in Streit mit dem Geistlichen; seit dieser Zeit haben ihnen die Araber die Gräber weggenommen, und sie jetzt unter ihre. Herrschaft gebracht. Als man in Venedig horte, daß durch die Juden, die aus christlichen Ländern kommen, die Gräber den Katholiken abgenommen wurden, er», ließ man dort ein Edikt, daß kein Jude durch Venedig seinen Weg nach Jerusalem nehmen dürfe; aber jetzt ist dieses Edikt aufgehoben und es kommen jährlich Juden mit den venitianischen Galiassen und selbst mit den Pilgerschiffen; denn in der Cat gibt es keine sicherere und kürzere Ueberfahrt als mit diesen Schiffen. Ich wollte, ich hätte dieses alles in jenen Gegenden genau gewußt, so wäre ich nicht so lange unterwegs geblieben; die Galiaffcn machen die Fahrt von Venedig bis hierher höchstens in <*0 Tagen. Ich habe hier ein Haus nahe der Synagoge genommen, das Stockwerk »reiner Wohnung ist sogar in der Mauer derselben. In dem Hose, worin sich mein Haus besindet, sind fünf Wohnungen, worin jetzt nur Frauen leben; nur noch ein einziger blinder Mann wohnt hier, dessen Frau mir alles Nötige besorgt. Ich muß Gott, der mir bis jetzt seinen Segen angedeihen ließ, dafür danken, daß ich noch nicht so wie andere, die mit mir zugleich gekommen sind, krank geworden bin. Die meiste« Leute, die aus fernen Ländern nach Jerusalem kommen, werden bettlägerig wegen des klimatischen Wechsels und der raschen Luftveränderung, bald kalt, bald warm; alle möglichen Winde wehen in Jerusalem; man sagt, daß jeder wind, bevor er nach seinem Bestimmungsorte geht, nach Jerusalem kommt, um Gott in Demut anzubeten; Gott weiß, ob dies währ ist. Nun bitte ich Dich, segne Deinen Diener; dieser Brief möge Dir meine Gegenwart ersetzen, denn durch denselben wirst Du das Gemüt Deines Sohnes kenne« lernen und wirst ihm nicht mehr gram sein, wenn Gott uns beim Leben erhält, so werde ich Dir jährlich mit der Äaliaffe ein Schreiben, welches Dich trösten soll, zukommen lassen Entferne jeden Kummer aus Deinem Kerzen und verwische mein Angedenken aus Deinen Augen; freue Dich mit Deinen lieben Söhnen und Enkeln, die um Deinen Tisch herum fitzen, und die Dein graues Haupt pflegen sollen. Ich habe für deren Wohl gebetet und fahre immer fort, es zu tun auf dem göttlichen <vrte in Jerusalem, dessen Wiederaufbau uns Gott möge sehen lassen, so daß mit Alle nach Zion freudig mit unserem heiligen Messias kommen mögen. Amen. Abgeschickt in Eile von hier, Jerusalem, der heiligen Stadt, die Gott bald aufbauen möge. Am 8. Llul 52*8. von Deinem Sohne Mbadja Jerr^ 20