Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 1 (5.1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2425321-3181713-3181714--0755-3182546- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
Von Dan bis Beerseba. Wenn man voralters Nord- und Südpunkte Erez Israels bezeichnen wollte, so hieß es immer: „von Dan bis Beerseba." heute sind die Grenzen unserer Siedlungen die nördlichste Kolonie Metulah (nahe bei Dan) nnd die südlichste Ruchamah (nahe bei Beerseba). Wer Palästina von „Metulah bis Ruchamah" durchwandern will, der muß die Geschichte des Landes, das Werden des jüdischen Volkes und sein Leben in ihm im Sinne tragen. Die uralten, kampfumstrittenen Festungsplätze müssen zu ihm sprechen. Das alte Jericho mit seinen gigantischen Mauern, das ein kriegstüchtiges, unverbrauchtes Volk eroberte. Die Iebusiterfeste Zion, die erst David erstritt. Die Davidstadt, die er hier erbaute, erweiterte sich später, nach Norden zum höheren Berge Tsloriah ansteigend. Bald thronte Jerusalem, wie di« Stadt später ausschließlich hieß, auf dem weiten Bergrücken. Durch Jerusalem lief die Reichsstraße, die Wasserscheide des Gebirges Juda entlang, südlich nach Betlehem und Hebron, nördlich nach Mippah, Rama, Bethel, Silo, den uralten Städten der Wirksamkeit Samuels und Sauls, weiter durch das herrliche Samaria über Las gleichfalls uralte Sichem in die Ebene Iesreel und in die Küstenebenen hinaus. Denkwürdige Stätten der Königsgeschichte Israels auch schon der frühen Richterzeit. Wenn wir das jüdische Land so überschauen, wenn am Bache Kison Deborah's Lied in uns klingt, wenn die spracht des Karmel" uns mit Elia im Sturme weit nach Süden trägt, dann erleben wir Palästina und das Judentum, das dort lebte, neu in uns. Und so wollen wir auch unsere neue Wanderung antreten, von „Metulah bis Ruchamah." Metulah liegt nahe beim alten Dan, im Vorgebirge des hermon, der dieser Kolonie schon sein weites Plateau zeigt. Mühsam ist dem Gebirge die fruchtbare Erde zunr Anbau abgerungen. Die kühle Gebirgsluft und der Reiseverkehr in den Libanon, machen Metulah zu einem vielbesuchten Grenzerposten. Das reichliche Gebirgswaffcr treibt südlich vom Dorfe «ine braune Steinmühle von eigenartiger Bauart. Metulah besitzt auch eine Sehenswürdigkeit in seinem „Tanur," einem Wasserfall, der vom Dorffelsen ins Tal abstürzt. An seinem Fuße stehend und emporblickend, sieht man gerade noch den Friedhof Metulah's, dessen ewige Stille vom Rauschen des Wassers umwoben wird. Das Bächlein des Tanur führt uns in die quellenreichste Ebene des Landes, in die Ebene des Meromsees. Der Ueberrcichlum an