Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 6 (4.1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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man sie wohl mit nach Hanse und hebt sie sich auf, aber das ist doch meist nur ein äußerliches Interesse. Ganz leicht ist es ja nicht, sich hier ernsthafte Aenntniffe zu erarbeiten, aber das gilt doch von aller Wissen» fchaft. Wie ich selbst ein wenig Hineingekommen bin, könnte ich kaum sagen. Zuerst ward ich wohl im har; aufmerksam aus den Gegen» satz, wie an vielen Stellen das Gebirge aus Schichtenfolgen zusammen» gesetzt ist, eine neben die andere gereiht, während es anderswo gleich» -mäßig aus einer Masse besteht. Das habt Ihr ja alle schon irgendwo beobachtet, im harz wie im Riesengebirge oder Gdenwald. Und dann las ich die Erklärung, vielleicht in Tarus Sternes schönem Buche. „Werden und vergehen", wie jener Teil der Erde sich wohl langsam .Schicht nach Schicht im Meere abgesetzt hat, das einst an jener Stelle lagerte, während dieses feuerflüssig entweder an die (Oberfläche drang -oder unter starkem Druck sich festigte. Und so ward ich begierig, die Erdgeschichte kennen zu lernen. hast Du nicht auch Lust dazu bekommen? Dann will ich Dir gern ein bischen behilflich sein. freilich, von der Pike auf zu lernen, Beobachtung an Beobachtung gereiht, das wäre ziemlich schwer. Die Natur macht es uns ja nicht so bequem wie der Lehrer in der Schule, daß sie irgendwo mit dem Leichtesten anfängt und dann das Schwerere daran anschließt. Das Richtigste wäre wohl, wenn man Gelegenheit hätte, wie ich sie leider, seit ich an diese Dinge heranging, niemals hatte, mit einem .hinauszuwandern, der die Erde zu sehen versteht. Wer sich in einer Universitätsstadt an den Wanderungen beteiligen kann, die der Professor der Geologie sicher wöchentlich einmal veranstaltet, der sollte das ja nicht versäumen. Für die anderen aber wird es schwerlich ohne Bücher gehen, und vor allem nicht ohne Aarten. Man soll aber nun nicht glauben, sich mit irgend welchen oberflächlichen Aenntniffen begnügen zu können. Mit Hilfsmitteln, die zu allgemein gehalten sind, kann man meistens garnichts anfangen. .Von der großen GeologischenAarte des Deutschen Reiches von Richard Leyfius, Maßstab \ : 500 000 (aufgezogen je 2.50 M.) sollte sich gewiß jeder das Blatt der Gegend anschaffen, die er durchwandern will. Es ist überaus reizvoll, die Gebirge, die wir auf anderen Aarten nur nach ihrer äußeren Erscheinung verzeichnet finden, nun auch in ihrem inneren Aufbau aüf der Aarte zu verfolgen. Aber für uns, die wir eben das beobachten erst lernen wollen, genügen sie allein nicht. Da ist gerade