Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 5 (2.1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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inzwischen anfpassen, daß alle schön zusammen bleiben. Ein paar Minuten spater sind wir glücklich alle im Zuge, und fahren. Was eS da zu sehen gibt: Felder Gleise, Hasen. — Man mcrft unseren 7—11 Jährigen direkt an, daß sie nicht recht wissen, wo sie zuerst Hinsehen sollen Hugo fragt mich, wozu das Ding da oben an der Decke hängt (er meint die Notbremse.) Wie ich ihm gerade eine Erklärung geben will, fällt mir Heinz m8 Wort: „Ach du, ich weiß, wozu das Ding ist! Wenn ein Räuber an den Zug kommt, zieht man dädran; da bleibt der Zug stehen und der Räuber läuft weg." Gegen diese Erklärung kann ich nichts einwenden, und Hugo gibt sich auch damit zufrieden. Wie wir in Bettlern aussteigen, packe ich die Klampfe aus. Wir sind auf der Landstraße. Die kleinen Beinchen bemühen sich redlich, mit meinen langen Schritt zu halten. Und dabei singen wir das Schützenlied und noch manches andere. — Irgendwo — an einem Graben, wird Früh stücksrast, gemacht. Der Hunger und die Hitze ist groß. Alle sind eifrig mit Essen beschäftigt; nur Hans bastelt an meiner Klampfe. Er scheint über irgendetwas nachzudenken. Schließlich kommt es langsam heraus: „Du, nicht wahr, die Saiten hier links sind doch für die Herren mit den tiefen Stimmen, und die da rechts für die Damen mit den hohen?" — Nachher wird wieder marschiert und gesungen. Die Bauern in den Dörfern schauen uns halb fragend, halb belustigt nach. -Vielleicht halten sie mich für eine Art Rattenfänger von Hameln. — Wir haben Zeit, noch eine zweite Rast zu machen. Sie sollen sich wählen, ob wir spielen oder vorlescn. Die Mebrzahl entscheidet für Vorlesen. Manche sind unzufrieden, aber wie ich zu lesen anfange, wird es mäuschenstill. „ES waren einmal 3 Schneider, die zogen miteinander auf die Wanderschaft . . . ." O ja, die Geschichte wollen sie weiter hören. Auf die Wanderschaft ziehn sie ja selbst so oft nnd von den Schneidern haben sie schon so manches lustige Lied gehört. So vergeht uns auch diese Rast nur zu schnell, und nach einem kurzen Stück Weges sind wir dann bald in der Stadt. So geht es auf den Fahrten unserer Kleinen zu. Im Sommer sind wir oft an dir Oder gegangen und dabei barfuß im Wasser hernmgeplanscht. Bei kühlerem Wetter haben wir auf den Wiesen gespielt: Blindekuh, Fangen nsw. Schön ist es immer gewesen! — Ein halbes Jahr lang Haben wir jetzt unfern Kinderzug. Ich glaube, daß die besten Blau-Weißen aus ihnen hervorgehen werden! Breslau Hanne Roth „fröhlich ist die Wanderfahrt. . . . . Unsere Wanderung war ins Bielatal. Um \ Uhr gingen wir weg, und als wir auf die Landstraße kamen, da sangen wir schöne Lieder und die Leute sagten: „schauts mal an, wie die singen!" wir ließen unsaber nicht stören, sondern machten, wie wenn wir nichts gehört hätten, und zogen weiter. Als wir hinkamen, suchten wir uns zuerst einen schönen Platz und dann aßen wir das wenige, das wir mit hatten. Als wir fertig waren, spielten wir „Häuschen zu verkaufen." Dann tanzten wir ein „OilukarrLkkadim" und noch vieles andere. Zum Schluffe, als wir schon aufbrechen sollten und wir noch etwas spielen wollten, dachte ich auch nach, und als die andern sich ein wenig zerstreuten, sagte ich: „hier liegen so viele Blätter, ich werd' mich hinlegen, und Ihr werdet mich zudecken, damit, wenn die andern kommen, sie mich nicht sehen." Dann wurden wir alle fünf von der Nata zugedeckt, und dazu mußten wir uns noch selbst die ’ 128 \ •' - ■. f