Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 2 (8.1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ist, das macht uns diesen Tag unvergeßlich und fast feierlich. Ich glaube, so ging's selbst dem jüngsten Wanderer; denn es wird keinen geben, den nicht tief der Stolz erfüllte mit dazu zu gehSren, einer unter Viele» und doch mit dem Anspruch auf die Freundschaft aller. 6. r 300 Blau-Weiße waren in Lockwitz. 8 Bünde waren vertreten. 1200 Wanderer und Wandrerinnen umfaßt unsere Bewegung, ohne unsere Freunde in Prag und Teplitz, die wie ja sonst zu den Unseren rechnen. Der Berliner Bundestag 1914 vereinigte die Delegierten von S Bünden, einBericht derBundesleitung vom Iulii9l4 stellte fest,daß.der Gesamtbund 600 — 700 Angehörige zählte. Die Blau-Weißblätter vom Dezember i9i4 bringen «inen Brief aus dem Felde, den die Sorge diktiert hatte, „daß während des Krieges manches von dem verloren gehen kann, was wir in mühsamer Arbeit im Frieden geschaffen". Der Aufruf der Bundesleitung zum Blau-Weißtag im Iuniheft 1916 gibt die Antwort: „Mitten im Kriege unter ungünstigsten Verhältniffen legen wir damit Zeugnis ab von der ungebrochenen Stoßkraft unserer Bewegung, .... von dem berechtigten Anspruch unseres Bundes, nicht nur ein« Organisation jüdischer Jungen und Mädchen, nein, die Organisation zu sein, die der jüdischen Jugend neue Wege weisen und einen n»ehr als oberflächlichen Einfluß auf die Gestaltung unserer jungen Generation gewinnen will." 7. ' . / Am Sonntag, den tt- Juni l9i6 Nachmittag V/a Uhr erklärte Glaser im Namen der Bundesleitung den Blau-Weißtag für eröffnet. Er begrüßte unsere Gäste — einige Dresdener Freunde unserer Bewegung — dankte den Bünden für ihr Erscheinen und gedachte unserer Lieben im Felde, die gewiß in Gedanken bei uns weilten. Er verlas die lange Liste unserer Toten, deren Werk weiterzuführen uns eine heilige Erbschaft sein soll. ' „Wir sind nur wenige", fuhr er fort, „aber wir stehen zusammen und streben nach einem Ziel, getragen von einem Willen, der uns unwiderstehlich macht. Die Vielen ringsum, mögen sie erstreben, was sie wollen, find wahrhaft wurzellos, Opfer der übermächtigen Umwelt; denn sie find Einzelne, nur auf stch selbst gestellt, unfähig des Erlebens der Gemeinschaft. Das eben macht uns stark, daß tausend jüdische Herzen in einem Takte schlagen, daß lausend jüdische Menschen iü dem «inm großen Blau-Weißgedanken den Ausdruck ihres heiligsten Wollen» finden;-da» eben macht uns froh, daß alle Trennungen in