Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 6 (4.1916)
- Date
- 1916-04-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Da erbarmte sich der heilige (gelobt sei er) und stand auf vom Thron des Gerichts und setzte sich auf den Thron der Barm» Herzigkeit und sprach: „Was ist das für eine laute Stimme, die ich da höre, wie von Zicklein und Lämmern?" Stand Moscheh der Meister vor dem Heiligen (gepriesen sei er) und sprach: „Herr der Welt! Nicht Zicklein und nicht Lämmer sind es, sondern die Kinder deines Volkes, die schon drei Tage und drei Nächte fasten, und morgen will der Feind sie schlachten, als wären's Zicklein und Lämmer." In dieser Stunde nahm der heilige (gepriesen sei er) die mit Lehm gesiegelten Todeslose und zerriß sie, und über Ahaschwerosch sandle er Verwirrung. (Uebersetzt von Abraham horodisch.) Für uns Sie opferten Jugend und Lebensglück, Sie kehren nie wieder zur Heimat zurück. Für uns i Ls gibt kein Wort für das Vpfer zu danken. Und es gibt keinen Dank für die da sanken. Für uns! Erinnert ihr euch noch dieser Worte, Jungens? Ein Tertianer hat sein weiches Gemüt hineingegossen. Es war die Stimmung des Anfangs, als die ersten Verlustlisten kamen, und man all den Jammer ermaß, der an diesen einzelnen Namen hing, als das Erinnern des Auszugs noch frisch in dankerfüllten Herzen stand ... Und jetzt, mein Gott, jetzt hat die Allmacht „Gewohnheit" an das Erinnern Rost angesetzt. Der Alltag läuft weiter: Geschäfte, Vergnügungen, Pflichten. Denkt ihr manchmal noch an eure Führer, die früher jugendft:oh wie ihr ungehemmt durch Wald und Heide streiften und jetzt viele Monde schon im Felde stehen und an Dingen Not leiden, die ihr für Selbstverständlichkeiten haltet? Denkt ihr wirklich noch daran? Ihr geht jeden Tag zu allen Mahlzeiten, und habt euer warmes Bett; von euer» Vergnügungen will ich ganz schweigen. Wie viele der Blau-Weißen draußen im Felde haben auch nur diese Genüsse? Denkt ihr daran? Von Not und Tod, Entbehrungen und Leiden, Hunger und Kälte will ich garnicht reden! — Emer unserer Wanderer sagte mir vor kurzem, er habe keine Zeit, den Führern im Felde zu schreiben! Ich möchte die Rebellion bei den Jungens sehen, wenn einmal eine einzige Fährt ohne reich- ,38