Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 6 (4.1916)
- Date
- 1916-04-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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„Moscheh, uyser Meister, lehre uns die Thora!" Er aber sprach: „Ich darf nicht." Und sie riefen: „Wir lassen Dich nicht." Da erscholl eine himmelsstimme, die sprach: „Lernt von Joschua!" Da nahmen sie es auf sich, von Joschua zu lernen. Moscheh und Joschua traten ins Stiftzelt. Es senkte sich die Wolkensäule und trat zwischen sie. Als die Wolke schwand, kam Moscheh zu Joschua und sprach: „Was sagte Dir die Stimm«.?" Da sprach Joschua zu ihm: „Als die Stimme Dir ertönte, wußte ich da, was sie sprach?" Da schrie Moscheh auf und sprach: „Lieber hundert mal sterben als einmal neidisch sein! Herr der Welten, bisher bat ich um mein Leben. Jetzt ist meine Seele in Deine Hand gegeben. —" IV. Als Moschehs Seele zum Tode bereit war, begann der heilige, gepriesen sei er, und sprach: „Wer soll Israel helfen, wenn ich chm zürne? Wer soll für sie Barmherzigkeit erbitten, wenn ste gegen mich sündigen?" Um diese Stunde kam Mathathron, der höchste der Engel, fiel nieder und sprach: „Herr der Welt, Moscheh war im Leben der Deine und ist im Tod der Deine." Da sprach zu ihm der heilige, gepriesen sei er: „Ein Aönig hatte einen Sohn, der täglich den Vater erzürnte, sodaß der Vater ihn zu schlagen gedachte, und nur die Mutter errettete ihn vor dessen Grimm. Als sie starb, weinte der Aönig. Da sprachen seine Diener: „Weshalb weinst du, Herr und Aönig?" Er antwortete: „Nicht meine Frau allein beweine ich, sondern sie und nreinen Sohn, denn vielfach zürnte ich ihm und gedachte, ihn zu toten, und die Mutter rettete ihn vor mir. So spreche auch ich: Nicht Moscheh allein beweine ich, sondern ihn und die Ainder Israel, denn gar häufig haben sie mich erzürnt. Da mischte er sich in den Streit und besänftigte meinen Grimm." V. Da rief der heilige, gepriesen sei er, Moschehs Seele. Er sprach zu ihr: „Mein Aind, ^20 Jahre bestimmte ich dir in Moschehs Aörper, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, da Du herauskommst. Aomm, und zögere nicht!" Sie sprach vor ihm: „Herr der Welt, ich weiß. Du bist der Gott alles Geistes und der Herr aller Seelen. Du hast mich geschaffen und ^20 Jahre in Moschehs Aörper gelassen, und gibt es in der Well einen Aörper, der reiner wäre als Moschehs Aörper? Ich liebe ihn