Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 5 (2.1916)
- Date
- 1916-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Stöße haben wir geschichtet und nun wißt ihr: es war der fünfte Tag Lhanukah.- Nie wird einer von uns diesen Tag vergessen, froher und tiefer machte er uns alle. Wie feierlich der Augenblick, als aus dem liefen Dunkel die flammen hellauf zu lodern begannen und wir uns im Schein des Lichtes in die ernstgewordenen Gesichter blickten. Nicht beschreiben, nur empfinde«, kann man das. „Moaus zur jeschuossi“ eröffnet tönend die Feier; Felix Seide» mann spricht: er sagt uns von dem neuen Sinn, dem wir neue Formen geben. Von dem Einst und dem heute, von Kämpfen und Siegen und Reinigung des Heiligtums von allem Fremden, Weihelosen, Ungeheiligten. Von de«n neuen Glück unseres Lebens, von dem Glück dieser heiligen Stunde, da das alte sebebeekejonu wekijemonu wehigionu lasman haseh für unser Sein so tiefen Sinn erhalten hat. Und sein Wort mahnt uns, in diesem heil'gen Augenblicke den Schwur zu erneuern, den wir gelobt: fest zuftnnmenstehend in treuer Gemeinschaft neuen Lebens, Kämpfer zu sein — durch unser Leben für unser Volk. — Andächtig ist uns zumute geworden; zitternd erst, dann aber kraft- und weihevoll klingt es hinaus ins Dunkel: Hatikwah, das Lied zweitausendjähriger Sehnsucht und Hoffnung, — und dann stürmend und jubelnd: das Bundeslied unserer großen Jungen: „Wir find Blau-Weiße, stolze Indensöhne, Ein neu Geschlecht, bereit zur Tat . . ." Noch leuchten die Feuer in die Dunkelheit hinaus, bis sie nach und nach verglimmen; aber das Feuer, das sie unserer Seele gaben, soll nie verlöschen.-- Durch den dunklen Wald, nur bei schwachem Laternenschein, geht's heimwärts. Wenn der Lichtschein die Stämme berührt, ist's, als ob sie in ihrer Schlankheit und leuchtenden Glätte hervorträten, uns den Weg zu versperren; unsere Augen müssen an ihnen haften, und sie werden ein Stück dieser Nacht, als wir uns ihrer Schönheit bewußt werden. In Reihen ziehen wir vorwärts, erst singend, dann allmählich dem Zauber der Dunkelheit im Walde hingegeben, beim Sternenschein dem Rauschen des wild gischtenden Baches, all dein Tönen und Raunen der Nacht lauschend. Nie empfanden wir Schweigen köstlicher als auf dieser Fahrt. — U>