Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 5 (2.1916)
- Date
- 1916-02-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Und draußen, wo die woge rollt, Taucht's aus der Flut wie gleißend Gold, Als wär' in Heller Frühlingsnacht Lin altes Märchen aufgewacht. Die A)elt der Märchen l — überall konnte er sie, fein „gsldnes Märchenland", in die Natur hineinträumen, wenn er im Mondschein aufs Meer hinaussah oder im Abendsinken iin Grase lag und den Himmel „das Netz der Träume weben sah." Und doch war er kein Träumer, kein weltabgekehrter Schwärmer. Gr hat mitgearbeilet wie nur einer in der täglichen Arbeit für unser Volk, wie er später in Reih und Glied gekämpft und den Tod er« litten hat. Kraft und Entschlossenheit spricht aus den Kriegsliedern, die ihn zuerst bekannt und berühmt gemacht haben, und ein sieghafter, unerschütterlicher Glaube an die glückliche Zukunft unseres Volkes erhellt immer wieder die trüben Stunden, in denen sich „die Wolken finster und feucht an dem verblaßten Himmel ballen", verjagt immer wieder die „bleichen Träume", die ihn „scheu umschleichen und ihm Sonne und Tag scheuchen". Ginst wird das Glück koinmen, der Tag, an dem Erez Israel wieder jüdisches Land geworden ist, aufs neue die Heimstätte unseres Volkes. Linst, einst, wenn du wieder scheinst, Segnende Sonne, auf unser Gestade, Dann stehen taufrische, kerzengerade Halme und harren, daß du ste bräunst. Linst.... Linst, einst, wenn du nimmer weinst, Mutter Rachel, in nächtlicher Stunde — Dann ziehen kräftige Burschen die Rund», Vie du mit sehnenden Mädchen vereinst. Linst l Noch manch anderer Klang ertönte auf Hugo Zuckermanns allzu früh ' verstummter Leier: lustige und schwermütige Melodien, deren hier nicht Erwähnung geschah. sGs sollte ja keine erschöpfende Tharakteristik seiner Kunst geboten werden, nur ein kurzer Hinweis auf fein Werk.) Nun geht hin und seht selbst und lernet diesen j ü« di sche u Dichter ehren und liebgewinnen. M. R.