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Blau-Weiss-Blätter · 1916-02-01 · 5 (2.1916) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
5 (2.1916)
Date
1916-02-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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XOie lernt man Hebräisch? Sicher haben die meisten von euch, besonders unter den Aelteren, sich schon einmal an das hebräische herangewagt und versucht, wenigstens soviel von unserer nationalen Sprache zu erlernen, um in ihr lesen und das Gelesene verstehen zu können. Aber, wie viele von euch haben das Ziel erreicht? Ich glaube, allzu viele werden wohl nicht so viel erlernt haben, daß es ihnen Befriedigung verschafft hätte, groß aber ist die Zahl derer, die das Studium mit viel Eifer und Interesse begonnen, nach kurzer Zeit vernachlässigt und bald ganz aufgegeben haben. Ich weiß zu gut, daß nicht Faulheit sie zur Aufgabe -es Studiums bewogen hat, sondern die Erkenntnis, daß hebräisch doch viel schwieriger ist, als nian sichs vorstellt. Wenn ich heute über das hebräischlernen schreibe, so geschieht es aus dem Grunde, weil ich als alter Sprachpraktikus glaube, ein paar Ratschläge geben zu können, die vielleicht dem oder jenem doch von Nutzen sein können, um so die Zahl jener zu mehren, die hebräisch wenigstens soweit erlernt haben, daß sie die Schönheit des hebräischen Gedichtes von Tfchernichowsky in der Lhanukah-Nummer der „Blau- Weiß-Blätter" empfinden können. Fängt man eine Sprache zu lernen an, so gibt es zweierlei Methoden: entweder man lernt bei einem Lehrer oder durch Selbststudium. Das erste ist oft recht kostspielig und für viele nicht zugänglich, weil nicht überall Lehrer der betreffenden Sprache sich vorfinden. Trotzdem aber greifen doch die meisten, die hebräisch lernen, zu dieser Methode, weil man tatsächlich rascher und leichter in die Anfangsgründe eingeführt wird. Aber auch nur in die Anfangsgründe, denn da man sich leicht daran gewöhnt, in den Lehrstunden eigentlich nur den Lehrer arbeiten zu lasten, und der Schüler sozusagen spielend lernt, wird oft eine gewisse Verwöhnung und ein Erziehen zum möglichst wenig selber Arbeiten des Schülers herbeigeführt, was'mit die Ursache ist, warum schon viele von euch monatelang an Hebräisch-Aursen teilgenommen haben, ohne etwas zu erlernen. Der Grund liegt darin, daß eben das Selber-Arbeiten bei dieser Methode arg vernachlässigt wird. Nur durch dieses letztere aber kann man eine Sprache erlernen. Darum will ich hier dem Selbstunterricht im hebräischen, ohne Lehrer, für jene, die sichs Zutrauen, das Wort reden. Ihr alle lernt doch von Jugend auf im Religionsunterrichte so nebenher auch etwas hebräisch, so daß euch zumindest hebräischlesen mehr oder minder geläufig ist. Damit ist eine der Haupttor

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