Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 4 (12.1915)
- Date
- 1915-12-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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nächste Zeit ungefährdet hinwegzukommen, - vor allem deshalb, weil wir heute mit freudigster Empfindung auf einen festen Kern von Wanderern Hinweisen können, in denen ein tieferes Zusammengehörigkeitsgefühl lebendig ist, die mit »ernster Freude und Hingabe bei der Sache sind und einmal recht tüchtige „Blauweiße" zu werden versprechen. Auch der Kontakt der Führer untereinander, sowie .-dieser mit den Wanderern gestaltet sich immer inniger. — Der wanderbetrieb selbst ist natürlich jetzt zur Schulzeit nicht so umfangreich wie in den Ferien, dennoch aber ein regelmäßiger; die Zahl der Halbtagswander, ungen überwiegt die der Ganztagsfahrten. Am \o. Oktober halten wir eine Führerfahrt. Die Zahl der Züge brauchte vorläufig keine Veränderung zu er« fahren. — Besonderes Angenmerk wenden wir nun auch den Heimabenden zu, deren Inhalt reicher ausgestaltet werden soll. Neben dem Lernen neuer Lieder wird nun auch die Lektüre von Erzeugnissen der jüdischen Literatur und sonst in «den Rahmen unserer Lrziehungsideen fallenden Werken gepflegt. Ls werden u. a. gelesen Novellen von Perez, Schalom Asch, Schole m, Ale ich em, Stellen; aus den „Jüdischen Kriegsbriefen". Dr. Menzel las bei seinem Urlaubsaufenthälte aus Perez': „Die Nacht auf dem alten Markte", (in der wundervollen Uebersetzung Hugo Zuckermanns), das Vorwort Bubers, sowie den Schluß des Werkes vor, an einem Heimabend der ältesten Jungen wurde Kühnemanns Rede „An die deutsche Jugend im Kriegsjahr 191^" gelesen. Bei den Jüngeren gibt es Erzählungen von Märchen oder kleineren Geschichten aus der jüdischen Vergangenheit. Siegmund Kohn hat nach Art der Ouartettspiele eins mit jüdischem Inhalte gemacht. — Soweit der Ernst; für die fröhlichen Stunden besitzen wir eine besondere Spezialität, das „Kinospielen", das bei uns nicht nur einige „Größen", sondern sondern sogar etwas wie^eine eigene Literatur hervorgebracht hat. Das klassische Stück derselben, die nebst einem mystischen Vorspiel aus zwei Akten bestehende Tragikomödie „wie man schließlich doch „Blau.weißer" wird", wird nur bei außerordentlichen Anlässen aufgeführt; zuletzt erzielte sie bei dem zu Ehren des jungen Paares Dr. Menzel veranstalteten Simchas-Torah-Heimabend bereits das dritte „ausverkaufte Haus". — Zum Schluffe sei noch erwähnt, daß wir uns im Laufe der Zeit an verschiedenen Kriegsarbeiten beteiligt haben: u. a. haben Blau-Weiß-Führer und Wanderer in der Aktion für die jüdischen Flüchtlinge Beträchtliches geleistet, unsere Mädchen arbeiten jetzt wieder recht brav (wie im Vorjahre) für unsere Soldaten .und haben von der Leitung des hiesigen „Roten Kreuzes" schon manche Anerkennung für ihren Fleiß und ihre Gründlichkeit geerntet. Felix Leidemann Gingerücht sind außer den früher genannten: Berlin r Benno Fried mann, Albert Gesund, Gradnauer, Walter Osterweil, Richard M eyer II. GSlnr Fritz Bodenheimer, Arthur Lahn, r Alfred Rosenow. Leipzig r Anselm Wolfgang Frank, Walter L L p p m a n n. Manicheirnr Jsacowitz. München r Ernst Freud, Jakob Reich. 4>*«0t Otto Engländer. Te^lltz-SchSnan; Oskar Fried und Siegmund Kohn. 4,02