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Blau-Weiss-Blätter · 1915-12-01 · 4 (12.1915) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
4 (12.1915)
Date
1915-12-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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von einer Prager Wanderfahrt. So zog der sechste Zug abends nach Drewitz; unter Leitung unseres Bau»! Meisters Machol war das Zelt schnell gebaut; geschickt waren die Hinterwand» unseres Heims und die wand der Scheune benutzt. Raum war im Innern des Zeltes für Tische und Bänke, unserer Zwanzig fanden darin Platz. Das Dach bestand aus langen Baumzweigen, im Innern als Schmuck nur das Wappen des Löwen von Juda und ein Herzlbild. Line Laterne wetteiferte mit dem Mondes uns Licht zu schaffen. Sabbathausgang war's. Die schöne Feier der Habdalah wurde nicht vergessen: feierlicher Segensspruch über den Wein aus Lrez Israel, und von HanK zu Hand ging die Gewürzbüchse, die die Düfte des (Orients spendete. Wir lauschten, den Worten des Gebetes, die mit dem Gebet in Vergessenheit geraten waren: „Dm du scheidest zwischen Israel und den Völkern". — Aus der Bibel lasen wir über Sukkoth und machten uns klar, daß gerade dies Fest für uns „Blau-Weiße"' so bedeutungsvoll sei, Sukkoth, das Fest der Hütten, die daran erinnern, daß unssrr Väter Ln Einfachheit und in Verbindung mit der Natur stark wurden, sodaß manche Bewegungen im alten Israel, die wieder Einfachheit wollten, an dies Fest anknüpften, wir erstreben die Einfachheit, die Starke gibt, die Verbindung mit der Natur, die gerade und aufrechte Menschen schafft. Darum ist Sukkoth unser Fest. Sukkoth war später auch ein Freudenfest; das Dankfest für die beendete Ernte; die Pilger strömten einst von allen Seilen in Jerusalem zusammen, ein. Jubel war's ohnegleichen; mit Gesang und Tanz wurde gefeiert. — wir gedachten der Ernte Ln Lrez Israel; daß wir seinen wein tranken, war ein Zeichen unserer Freude; so wie der Prophet den wein erwähnt, wenn M von Freude spricht, wir sangen die Lieder des neuen Palästina noch lange.' Der Mond hatte über dir Laterne gesiegt; fie war verloschen. —- Die Sukkah hatte uns Kraft gegeben, wir einst unseren Vätern; trotz der halbdurchwachten Nacht halfen wir das KriegsspieL am nächsten Tage gewinnen. So sollte jeder Zug und jede Gruppe des Blau-Weiß Sukkoth feiern; im selbstaufgeschlagenen Zelt. wie wir es taten. Und es sollt« jemand dabei sein, der erzählen kann von der unendlichen weit« der wüste und den mondhellen Rächten Lrez Israel». Berlin Albert Sae» sc

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