Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 4 (12.1915)
- Date
- 1915-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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' waren's Samenfdnuc baldiger Freiheit. Heut ist alle» Dunkel uni» Nebel. 600 000 Jude» rückten ins Feld. Hunderttausende ringen mit heißen wünschen im Gebet und in scharfer geistiger Arbeit um den Lieg ihres Landes. Lo waffnete sich für jüdische Dinge nie die jüdische Welt. Stets war Zerrissenheit unser Las, freiwillige und erzwungene. Das politische Erbe der Makkabäer ist längst vertan. Mit der Einheit des Landes und der Sprache verloren wir Einheit und Mut des Tuns und Empfindens. Des polnischen Juden schämt sich der deutsche; fremd und kalt wenden sich die Thasstdnn von den ■ Abtrünnigen im Westen. Doch auch im (Osten wankt der Turm des Väterglaubens. wir aber feiern Feste. Lauschen der lieblichen Historie vom Arüglein voll geweihten Geis. Luchen Trost in der Vergangenheit und nehmen die heiligen Lichter siegreicher Tempelweihe als Symbol besserer Zukunft. Sollen wir Wunder glauben? Den Makkabäern leuchtete die freudige Flainme erst nach blutigem Aampf. Sie hatten das Schwerste getan, wir haben noch kaum begonnen. Wohl sind die Thairukahlichter auch uns Symbol. Aber kein Symbol des Friedens und tatlosen Glücks. Durch die. Thanukah- Hymne braust es wie Schwertgeklirr. Heil den Juden, die an ihrem Volke nicht verzweifelten! Heil unseren Helden, von Juda bis Theodor Herzl! Heil den Helden, die kommen werden! — . was sein wird, wissen wir nicht. Aber wir, die jüdische Jugend, geloben für unser Volk zu kämpfen, was auch kommen mag, bis zum Siege oder bis zürn bitteren Abend ... Noch glauben wir an den Morgen. Schon zeigt sich hier und da «in Streifen Licht. Deutsche Waffen brachen manche Fessel. Im Morgenlands, in der verjüngten Türkei, warten weite Lande der Erwecker. wir stehen bereit, ein Heerbann junger Juden, gewärtig des Führers. ' wir feiern Thanukah. Und können, in aller Sorge, uns nun -och -es Festes freuen. Alein war die Schaar der Makkabäer. Aber in ihrem Herz-n war Juda. In unserem Herzen ist Juda unverlierbar, ob eine Welt zerbricht. wir feiern Thanukah. Stehen zusammen wie Brüder, Hand in Hand. Schauen in unsere trotzigen Feuer, die blutrot zum Winterhimmel emporlohen.. Bei uns schweigt uralter jüdischer Zwist. Wenn wir Jungen für un» sind, wer ist wider uns? Rings um uns