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Blau-Weiss-Blätter · 1915-07-01 · 2 (7.1915) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
2 (7.1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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fördert, leichtverwundet wurden Leo Joel und Walter Kirschfeld; aus dem £etbe zurück kehrte Goldschmidt, der jetzt Garnisondienst tut. Unsere übrigen Helden sind alle wohlauf. 3saac Schwabacher Unsere Heimabende bei den Mädels weisen einen wesentlichen Unterschied gegenüber den früheren auf: das Singen nimmt jetzt einen viel kleineren Raum ein. Natürlich fingen wir auch jetzt, vornehmlich Soldatenlieder, ferner— fast jedes Mal — „Allmächtig durch die Herzen ruft". Dies schöne Lied ist sozusagen unser Bundeslied und wird regelmäßig nach der Aufnahme von neuen Wandrerinnen gesungen, das ist schon Tradition. Besondere Singabende haben wir nicht. An jüdischer Literatur lasen wir u. a.: perez, Schalom Asch. zu peffach heine's „Rabbi von Bacharach", einige Kapitel aus „Ein 3n&e* (von Goldschmidt), aus dem „Talmudbauer", „Aus einer stillen Welt" (Bergab. Bonze Schweig, der Zaddik vom Dorfe); aus dem 3üdischen Almanach. aus den Blau-Weiß-Blättern, Gedichte von Hugo Zuckermann. 3m Anschluß an das Gelesene sprachen wir mehrmals über die 3uden in Rußland, für deren trostlose Lage unsere Mädels lebhaftes Ver« ständnis zeigten, und über die Stellung der 3uden zum Kriege. Durch den Krieg kommt die Unterhaltung natürlich weir mehr aufs persönliche als früher, aber auch das ist ja jetzt von allgemeinem Inrereffe. wir lesen die Feldpostbriefe unserer wandergefährten vor, denen wir vom Blau-Weiß aus oder privatim was geschickt Haben. — Zu Kriegsanfang strickten wir fleißig, jetzt widmen wir uns mehr dem Scharpiezupfen; wir legen aber nie die Hände Ln den Schoß, höchstens wenn wir sehr andächtig zuhören oder fingen muffen, sodaß wir an nichts anderes mehr denken können. Llse Hirsch fekd Leipzig, wir unterhielten in den letzten vier Monaten einen regen Betrieb. 3n den Osterferien führte Frank eine dreitägige Fahrt an die Elbe (allgemeine Gewichtszunahme durch 2 ausgezeichnete Quartiere); in ben psingstferien führte Alter eine sechstägige Wanderung nach dem Thüringer Wald und Lehrfreund eine viertägige ins Zschopautal. Zu unserer großen Freude konnten die Thüringenfahrer zwei Berliner Blau-Weiße begrüßen. Das dürste öfters geschehen. Anfangs 3uni gingen Alter und Frank auf Landheimsuche und fanden Zusagendes; in den großen Ferien gebt eine „Armierungstrnpxe" hinaus nach Bernbruch, um das Häuschen wohnlich zu machen. — Ende Mai ist eine Mädchengruppe gegründet worden, die unter Lotte Lehrfreunds Führung fleißig wandert. Der Führerrat besteht jetzt aus den Führern Frank und Alter, den hilfsführern Neugaffer, Lehrfteund. Neumann und Kalb, der Führerin Lehrfteund und den hilfsführerinnen Krupenic, Landau und Neugaffer. Anselm Wolfgang Frank Mnrrnheirrr. Immer mehr Führer werden zu den Fahnen gerufen. Es ist selbstverständlich, daß wir nun erst recht unsere ganze Kraft einsetzen, das zu erhalten und womöglich zu fördern, was jene uns in die Hände gelegt haben. Jetzt aber ist das sehr schwer; wir wandern z. Zt. nur in 5 Zügen: Mädchenzug, erster und zweiter Schülerzug. So viel wie möglich suchen wir mit den Wanderern zusammen zu sein. Jeden Dienstag ist Heimabend. Einer unserer Führer hielt hier Referate über die Entwicklung des 3udentnms, ein anderer sprach über Wandertechnisches. Es ergibt sich immer eine rege Diskussion, hin und wieder schieben wir Liederabende ein. Oft haben auch schon Wanderer oder Wandrerinnen unsere Heimabende geleitet. — Zweimal in der Woche haben wir Schwimm» Nachmittage im Rhein. — Das ist alles, was wir jetzt tun können. Cläre wohlgemnth

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