Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 2 (7.1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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was den intelligenten jüdischen Arbeiter veranlaßte, lieber in Judäa zu bleiben. Mamaschi ist das Widerspiel seiner Gefährten. Sie alle find körperlich und geistig gesund und finden Befriedigung in der schönen Natur und in dem Bewußtsein, daß ihre Arbeit Früchte trägt. Mamaschi dagegen ist zu intelligent; er ist für geistiges Schaffen geboren. Sein Körper ist schwach gebaut, für schwere Arbeit kaum geeignet, und es ist ihm nicht leicht, soviel zu leisten, daß er als Muster für alle feine judäifchen Genoffen gilt, noch schwerer, sie davon zu überzeugen, wie sehr Galiläa auch für jüdische Arbeiter geeignet ist. Doch seine unerschöpfliche Energie überwindet alle diese Schwierig-' keilen, von Jahr zu Jahr kommen mehr Arbeiter nach Galiläa. Er ist an der Gründung des „hafchomer" und „hachoresch" beteiligt Dank seiner großen Intelligenz studiert Mamaschi das Kolonisations- Problem und^bie-,-Arbeiterfrage^ -durch seine Artikel im „ hapoel Hazair" wird er der Lehrer der Kolonisten und Arbeiter. Er selbst hat keine Zeit, an seinen Artikeln zu bessern und zu feilen, und so bittet er den Redakteur, dies für ihn zu tun; denn er ist kein Mann des Wortes, er ist ein Mann der Tat. III. Die Hauptschwierigkeit für die Entwicklung der jüdischen Kolonisation sieht Mamaschi im Fehlen der jüdischen Bauernfrau, und in seinem letzten Artikel im „hapoel hazair" weist er auf die Möglichkeit der Gründung einer Frauensarm in dem dem Nationalfonds gehörenden Nachbarboden von Kineret hin; die Farm selbst hatte damals unter dem gelben Fieber, Dysenterie und anderen Krankheiten zu leiden. Sogleich bildete Mamaschi einen Arbeiterausschuß, der für die Austrocknung der Sümpfe, der Herde aller dieser Krankheiten, sorgen und das auf diese Weise trocken gelegte Land in geeigneter Weise für die zukünftige Frauenfarm bebauen soll. Die schwere Arbeit, die der Ausschuß zu leisten hatte, hat Mamaschi das Leben gekostet. Auf der Jordan-Halbinsel, auf der er so viele seiner Pläne ausgearbeitet hat, liegt er begraben. Mamaschi ist tot, aber seine Ideale leben. Kerak ift nicht mehr das Nest der Beduinenhäuptlinge, es ist jetzt die Mitte des Weges zwischen Kineret und Daganjah, und Hier arbeiten heute viele jüdische Mädchen, deren Lieder weit über das Land hinschallen.