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Blau-Weiss-Blätter · 1915-03-01 · 9 (3.1915) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
9 (3.1915)
Date
1915-03-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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-orf wollen wir. Doch der Zug meint es gut mit uns. Er läßt kein Plätzchen für uns frei und so fahren wir in die schöne, viel schönere Haake nach Harburg. Durch die Stadt ziehen wir uns abwechselnd. Bei unserm wohlgenährten Führer müssen wir alle sechse mit anfäffen, und auch dann gehts nur schwer. Ab und zu haben wir kleine Schneegeplänkel mit den Eingeborenen, die wir glücklich zu unseren Gunsten entscheiden, wir kommen in den Wald. Die Tannen biegen sich unter ihrer Schneelast und strählen in blendender Helle. Unser Schlitten muß eine Schneejungfrau tragen. Bald finden wir größere Abhänge, die wir fieißig hintereinander abrodeln. An einer schönen Stelle rasten wir und lassen uns das mitgebrachte Esten gut schmecken. Ein besonders Findiger hat sich aus einer Weinflasche, Papier, wolle und einem alten Strumpf eine Thermosflasche zurechtgezimmert, und der warme Tee schmeckt ihm daraus besser, als aus einer gekauften. Einer verzichtet aufs Esten, um die Zeit über, wo kein anderer einen Anspruch auf den Schlitten erhebt, fleißig zu rodeln. 3" einem liefen, schwer erreichbaren Talkestel schlagen wir unser Hauptquartier auf. wir müssen uns von Baum zu Baum hinabgleiten lasten, um heil nach unten zu kommen. Die Kleinen setzen sich einfach auf ihren Hosenboden und rutschen mit großer Geschwindigkeit den steilen, schneeigen Abhang hinunter. Jetzt beginnt das Kriegsspiel. Wir teilen uns in zwei Abteilungen; die eine hält den Abhang besetzt, und die Aufgabe der anderen ist es, ihn zu erstürmen. Eine recht schwere Aufgabe. Wir stellen Vorposten aus, und der Feind naht lang« sam von Baum zu Baum. Lange stehen wir uns ohne bedeutende Veränderungen gegenüber. Endlich gelingt es dem Gegenführer, öurch geschickten Flankenwechsel einen von uns zu erfassen. Ihn hinzusetzen und mit ihm den Abhang hinunterzurutschen, ist das Werk weniger Sekunden. Nachdem wir noch lange vergebens versucht halten, irgend einen Vorteil zu erringen, brachen wir das Spiel ab. Die unbebrillten unter uns lieferten sich noch eine kleine Schneeballschlacht, und dann wunderten wir weiter. Den Rest des Tages nutzten wir fleißig durch Rodeln aus. Der Heimweg führte uns durch sehr schönes freies Gelände bald wieder nach Marburg. Die abschüssige beschneite Straße am Eingang der Stadt, benutzte bie Harburger Jugend als Rodel- und Eisbahn. Jungen und Mädel fuhren auf einem langen Brett, das sie auf Kufen genagelt hatten, mit großem Gejohle bie Straße hinunter. Andere teilten sich brüderlich in ein Paar Schlittschuhe und fuhren auf einem Bein. Jungens, wenn wieder Schnee liegt, kommt alle und vergeßt eure Schlitten nicht! Hamburg H. Traubermann Uns meinem Fahrtenbuch Auf dem Floß. Ls Ist s Uhr morgen». Die Elbnebel kriechen kalt durch die Ritzen de» Vretterhäuschens auf unserem Floß. Die Schlafstätten der Flößer sind schon leer. Ich höre draußen «inen am Feuer pusten und vor Kälte mit den Füßen stampfen. Dann klirrt eine Kette, und wie einer die Tür öffnet, seh' ich das Anhaltifche Ufer vorüberfiiegen. wie fahren. — l>

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