Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 9 (3.1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mau-Weiß-Matter März H9K5 Jahrgang 2 Heft 9 peßach Jetzt wird also wieder das peßachgeschirr von« Boden kommen, die liebe, alte Lederschüffel und all die anderen Geräte, die das ganze Jahr hindurch dort oben schlafen und nur zum peßachfeste aufwachen. And am Lederabend wird die Lederschüssel ans dem Tisch stehen, und in ihren blanken Beschlägen werden stch die silbernen Leuchter und Becher spiegeln. Wovon ist nur die Ltube so hell am Lederabend? Von den vier Lichten auf der Tafel, von den weißen Festtagsgewändern, oder von der Lust und der Freude, die auf den Gesichtern liegen? Das ist der Peßachzauber, der im Zimmer webt, der läßt alles erstrahlen und erglänzen. mm WWW o^oE SEM Als ich noch ein ganz, ganz kleines Mädchen war, da hat mir einmal die Lederschüssel wunderbare Dinge gezeigt. — GS war schon so spät am Abend, und ich war so müde in »reinen Sessel zurück« gesunken. Fern, ganz fern hörte ich die Erzählung der Hagadah, die in der alten, wundersamen Weise halb gesprochen, halb gesungen wurde. Und da sah ich ste auf einmal in den blanken. Beschlägen der Lederschüssel, sie alle, die Gestalten aus der Hagadah, Jakobund Joseph, Pharao, Mose, die Juden beim Auszug aus Aegypten und die heiligen Geräte, all das zog an mir vorüber, ganz deutlich sah ich es. Was war das? Vernünftige Leute mögen sagen: das machte der peßachwein; der veränderte die Leuchter und die silbernen Pokale und die Gesichter, die sich in der blanken Lederfchüssel spiegelten. — — Oder war «» der peßachzauber? s