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Blau-Weiss-Blätter · 1915-01-01 · 8 (1.1915) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
8 (1.1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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der Schnee an vielen Stellen bis zu einem halben Meter hoch; keinerlei Spuren waren sichtbar. Langsam arbeiteten wir uns vorwärts, und es schien, als wolle uns die Natur ein Schnippchen schlagen und uns zwingen, in den vielen Pausen, die wir machen mußten, ihr prächtiges Schneekleid zu bewundern. Zentimeterhoch lag der Schnee auf den dürren Aesten der Kiefern und beugte sie schwer herab. Und als wir gar noch mit einem Liede die Stimmung erhöhten, da mochten wohl alle ihre Zustimmung geben: einige junge Tannen, aber auch die alten Kiefern nickten mit ihren Häuptern und schüttelten zum Zeichen der Anerkennung eine leichte Schneehülle auf uns herab. Denn sie verstanden sich mit uns hier draußen und freuten sich mit uns. wie selten kommt hier ein Mensch vorüber; und wählt zufällig einmal ein Bauer mit seinem Gefährt diesen weg, so gibt er auf seine Braunen acht und kümmert sich wenig darum, was ihm der Wald zustüstert. wir aber fühlten so recht, daß wir hierher gehörten. Noch ein paar Schritt und wir sind auf dem Gipfel des Golm es, zugleich den: höchsten Punkt des Flämings und der ganzen Mark, angelangt, vor uns liegt der Turm. Die Stufen sind vereist und wir unterlassen den Aufstieg. Ein eisig kalter wind zwingt uns, bald wieder hinabzuüeigen, zumal die Dämmerung bereits anbricht. Der steile Abhang zieht uns fast gewaltsam hinunter, der tiefe Schnee aber gestaltet nns nicht, die Beine so schnell wieder herauszuziehen, sodaß wir oft der Lange nach im Schnee liegen. Endlich kommen wir totmüde in St, an; als wir uns aber im Ouartier der Geheimnisse des Waldes erinnerten, waren wir schnell wieder frisch genug, um über das Erlebte zu plaudern. ' - Und ihr anderen Blau-Weißen, zögert ihr noch hinauszngehen, weil ihr glaubt, im Winter fei das wandern nicht so schön wie zu andern Jahreszeiten? i- Berlin James Breslauer Protest *. Ich protestiere! — und zwar gegen folgenden Satz aus dem Leitartikel der Ehanukahnummer: ^wir sehen in die Flammen und schwören es uns zu,, Männer zu^ werden" usw. — Und wir, wir Mädchen? Uleint ibr, wir stehen daneben und bemerken, daß die Flamme gelb und blau ist. oder daß sie besser brennen würde, wenn das 6olz trockener wäre? Oder wie? Der Herr Redakteur hat nicht gewußt, was wir denn schworen sollten? Nun wohl, ich will es euch sagen, was wir werden wollen. Frauen wollen wir werden, Jüdinnen, wenn ihr alle Makka« bäer werden wollt, wo wollt ihr denn dann die Makkabäerfrauen hernehmen? Meint ihr etwa, dazu werde man geboren? Oder gab es etwa keine Heldinnen zur Zeit der Hasmonaer? Kennt ihr nicht jene H a n n a h, die ihre sieben Kinder für das Vaterland hingab und selbst für die Freiheit und den Glauben starb? Frauen wollen wir werden! Starke, tapfere Frauen und treue Jüdinnen! Und wenn die Zeit der Makkabäer, die Zeit der Befteiung für unser Volk, noch einmal kommen wird, dann wird sie uns wach und bereit stnden. wenn ihr kämpfen werdet, so werden wir die Wunden eures Kampfes lindern, wir werden wie ihr dem Judentum die Treue halten. Dann aber sott ihr unsere Arbeiten anerkennen und sollt uns nicht vergessen, pgnn sollt ihr sagen: Wir haben unfern Schwur gehalten, wir alle. Knaben und Msidchen: »Juden und Jüdinnen, der Makkabäer würdig, find wir geworden." Berlin Elsa Rosenblüth

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