Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 8 (1.1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2425321-3181687-3181696--0315-3182149- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
VerantWorlrrngsgefühl und Sicherheit haben, um andere zu erziehen, Haß wir soviel Lebensfreude und Frische in uns fühlen, um anderen davon mitteilen zu können. Zum Lhanukahfest konnten wir unsre Uinder nicht nur reichlich mit nützlichen Sachen und Spielzeug versehen; wir erzählten ihnen an festlichem Tische beim Leuchten unserer Manorah auch die Lhanukahgeschichte, so gut fie's verstehen. Jeden Her acht Abende ließen wir sie die Lichter sehen, gerad wie wir ihnen am fixeitag Abend die Sabbathlichter entzünden. Wir haben keine Alein-Rinder-Bewahranftalt eröffnet, sondern «eia Heim, in dem wir jüdischen Rindern frohe Tage schenken und Vielleicht Eindrücke fürs Leben. Uns schufen wir einen BlittelpunkL für ^gemeinsame Arbeit und damit ein neues Bindeglied für den Breslauer Blau-Weiß. Breslau Cucie Kober. Die Schweinefarm Es regnet, regnet, regnet. Die Ehausseen sind Bäche geworden, die Felder Moräste, in denen man versinkt, die wiesen unüberschreitbare Teiche. Lange schon ist der Mantel nur ein nasses Tuch, das statt zu schützen und zu warmen den Schritt bindert. Gleich Bleigewichten hängen dicke, schwere Lehmklumpen an den Füßen, die in der Dunkelheit auf den glitschigen wegen nur langsam und tastend vorwärtskommen. Schweigend dringen wir voran, jeder mit sich selbst beschäftigt. — „Salt!- Leise nur klingt das Kommando wegen der Nähe des Feindes. Die ersten Rotten, die stehen bleiben, werden von denen, die den Befehl überhorten, .einige Schritte vorwartsgestoßen. Dann stehen wir alle dichtgedrängt auf dem lehmigen Hofe der zerschoffenen Farm und spüren, wie das Wasser vom Helmrand herabtropft und kalt über den schaudernden Rücken laust. „hier herein!- Also gehts nicht in die Schützengräben. Man ist ganz zn- Pieden, bei dem Wetter in Reserve zu bleiben. Freilich, kalt iüs gewiß auch in bem offenen Schuppen und wache schieben wird man sicher müssen. Aber wenig* Pens Liegt Stroh, sogar sehr viel Stroh in der alten Bude. Ls hätte schlechter Eommen können. Donnerwetter ist man müde. Trotz der Kälte, ttotz der Nässe fallen einem rm Nu die Augen zu. Ein richtiger Schlaf wirds freilich nicht, Aber man duselt ßo vor sich hin und merkt nicht, wie die Stunden verrinnen. Dann auf Posten. Es ist ganz dunkel. Schwer hängt der Himmel, gleich ainem Vorhang aus schwarzem, faltigem Tuch, über der unendlichen Ebene, wenn der Sturm, der von der naben See herüberfeat, die Wolken sekundenlang lüftet. Geleuchtet der Mond eine riesige Wasserfläche, als batte das Meer die Dünen durch- Grochen und alles Land weit und breit fortaeriffen. Allmählich schwindet die Müdigkeit. Man lernt trotz dem Dunkel sehen; die Vhren schärfen sich und erfassen ganz ferne Geräusche, pattouillen kommen,, »erden angerufen, stehen und verschwinden in der Nacht. In der Ferne blitzt es auf, breite Streife» Lichtes und in regelmäßige« Abständen; ein Leuchtturm, den *