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Blau-Weiss-Blätter · 1914-08-01 · 5 (8.1914) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
5 (8.1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Wie schwarzer Rauch wälzt übers Land sich das Gewölk, das dich zerstört. Und tief in Kidrons Fluten rauscht es auf, vom Sturm zu Schaum empört,— Jerusalem, es kommt der Tag, da stolz die Syrer dich durchschreiten. Und durch den Wald von Anathot Mizraims dunkle Krieger reiten! Lin Schrei wird gehn durchs ganze Land, wie eines großen Volkes Schreis Die müden Augen deiner Nacht reißt auf Affardons Raserei. Dann wird des Meders braune Faust die Tochter deines Volkes fasten, Lr wird auf ihrem weißen Arm die Spuren seines Griffes lasten! Das Rind, das du geboren hast, zerschellt an seines Wagens Rad, Und mit dem Blute düngt er dir die mederhufzerstampfte Saat. Auf Zions Zedertrümmern wird er seinen wilden Göttern beten, Im Marmorschutte wird sein Fuß den seidnen Vorhang Gottes treten! — Verrauscht ist dann der Harfe Klang, sie liegt am Wege, saitenleer, Und der Posaune Lrz fließt trag, von Glut geschmolzen drüber her, Des Feindes Feuer glitzern drauf, die fern die Abendhügel säumen, Und wochenlang soll überm Land der Rauch vom Brande Akras träumen» Und dann, wenn eure Kniee ihr im Heimatschulte wund gekniet, wenn ihr aus rauher Kehle schrill das Bußgebet zum Fimmel schriet, Ihr Männer Judas, was ihr dann in irrem Schrei zu Gott gerufen, Zerklirrt wie weggeworfnes Glas an seines Thrones Marmorstufen. Lr hört dich nicht, Jerusalem, wer Ohren hat, der höre mich! Dein Gott, dein Gott, Jerusalem, dein Gott verstieß, verfluchte dich! Dann raufe dir die Haare aus, du Astaroth, und Rama reiße Inmitten sein Gewand entzwei, befleckt von Staub und blutgem Schweißet Und eine dunkle Nacht wird sein und dumpfer Wehruf rings im Land, Und eurer Seufzer Kette schlingt sich endlos euch um Fuß und Hand, Und immer wieder höre ich aus Ldom her das Rufen bange: „Sag, Hüter, ist die Nacht bald hin? du Wächter, wahrt die Nacht noch langes Triumphgesang der Juden von Börries, Freiherrn von Münchhausen Nun krachte zu Boden Babel bei Kriegsposaunenschall, Und über die Welt nachhallte dumpfschütternd der donnernde Fall, So jauchze laut auf Iudaea, dein Tag, dein Tag ist da, Nun blase des Halljahrs Körner, Samaria! Der Hammer der Völker zerschlagen, zersplittert die Geißel der Welt,. Lhaldaea ward uiedergeschmettert, und Affnr zu Schutt zerschellt, Venn es kam wie Brausen des Meeres ein Volk von Mitternacht her„ Nie fehlten die Schtlfrohrpfeile und nie sein Speer. wir saßen an Lhebars wassern, di- Mandel in Blüte stand, Leis durch die Gärten klirrten die Ketten'an unserer Hand, vor unserem Meißel zum Baue des Königs sprang der Granitz, wie sangen von Jeruschalajim das Sehnsuchtslied.

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