Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 5 (8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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manischer Volks typ unser Ulannesideal geworden ist. Ich fand es. Ich dachte an dar bißchen jüdische Geschichte, dar man uns gelehrt hat, an dar dürre jüdische LNittelalter, wo jeder Name zn einem Ulan»» gehört, der zu seinen Lebzeiten ein berühmter Arzt und ein berühmter Rabbiner gewesen ist' u»d philosophische Werke geschrieben hat, deren Titel allesamt unverständlich and leicht zu ver» wechseln scheinen. An die trockne Lehrmethode dachte ich, die es uns gestattete, die paar Utänner, die für Huartanerhrrzen noch einen leisen Grund zur Bewunderung boten, in unsere fertige Schablone zu pressen. Und Dietrich siegte! Ich habe mir damals geholfen. Ich wollte Farben haben, um neue Bilder zu malen, und ich lieh mir auch diese Farben ans Büchern, aus jüdischen Büchern. Ich war nicht wählerisch darin. (Ohne Lin« heit und ohne literarisches Aunsteinpfinden hatte ich sie mir znsanunen» gestellt. Georg Ebers, der deutsche Historiker, und der jüdisch-orthodoxe Journalist Ion Lebmann, Disraeli, der englische Jude, und der evangelische Pastor Ernst Trampe, sie sind ipirklich nicht gleich, sie sprechen nur alle von jüdischen Melden. Da würde sie mir lebendig, die alte vertrocknete jüdische Geschichte, und die dürrsten Geschichtstabellen gewannen Farbe und Leben, und hinter jeden» Namen stand ein Bild, und jedes Bild hob sich ab von dem leuchtenden Untergründe der Zeit. Zwar nicht gleichmäßig hell stand die vergangene Zeit vor mir auf. Wenn ich die rauschende (Ouvertüre zu den „Inden von Zirndorf" las, war es anders, als wenn Ioselin von Rosheim, „der große Befreier" zu mir sprach. Sie wäret» »richt gleich di« Bücher, verschieden in ihren Farbe»», bald hell, bald dunke.l, bald stark nnd bald zart, und doch gaben sie zusammen eine starke, har»no»»ische Symphonie. Lest von jüdischen Helden, Inngens, und grabt unseren Bar» Aochba aus! *) Breslau Rudolf pick H e ld e n b ü ch e r: Georg Ebers: Josna. Ernst Trance: Ein König von Juda. Hebbel:Maccabaeerdramen. Jaroslawvrchlitzky» BarKochba. Disraeli: Da vid Alroy. Lehmann: Jofelin v. Rosheim. Wassermann: Die Juden von Zirndorf. 5. Eohn: Gabriel, seiner Rabbi v. Bacharach. Gutzkow: Uriel Acosta. Grace Aguilar: Jm Leder« täl (Marannenzeit). G rätz: Geschichte. K o h u t: Geschichte der Juden in Deutschland. Kulturgeschichtliches: L. Orczesko: Mendel Eizefowitsch. Franzos: Halb Asten, Juden von Barnow. j)ozaz. Äppnrimbändchen (Verlag Brandeis).