Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 4 (7.1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Blau-Weiß-Blätier das Käuzchen seine unheimlichen Laute singt, uns wohl einander ins Auge. Wir sagen nichts und fühlen doch dasselbe: wie froh und glücklich wir in diesem Augenblicke sind..... Um die Höhen von Fröschweiler bläst ein kalter Wind; grau in grau ziehen die Wolken über uns; so stampfen wir über das Blachfeld von Wörth, betrachten die Massengräber und Kreuze und glauben das Stöhnen der zu Tode Getroffenen, das Aechzen der in einsamer Qual Vergessenen in der Symphonie des Sturmes zu hören. Wovon sprechen wir? Davon, daß man sein Leben,, wenn es sein muß, einzusetzen hat für eine große Sache; daß der einzelne seinem Volke dienen muß; daß wir unseren Körper und unseren Willen stählen müssen, und daß der Wille unendlich viel vermag. An diesen Hängen und Schluchten, die von Blut überströmt waren, kann man es lernen, .was es heißt, mit seinem ganzen Sein einer Sache zu dienen. _______________ ... Und wieder ein Bild ganz anderer Art; wir sind nach stundenlangem Marsch im Hochwalde in das Tal hinabgestiegen und wollen heute noch unser Nachtquartier, Lembach im Tale der Sauer, erreichen. Die Berge nehmen die dunklen Risse an, über der Sauer spielt das Licht des Vollmondes, Abendnebel steigen im Tale empor und wallen an den Weiden des Baches auf und nieder. Da glüht es über der Wiesen grünem Schimmer und zieht Goldstrahlen durch den herrlichen Sommerabend; Glühwürmchen sind es, von manchen unserer Wanderer zum ersten Male überhaupt gesehen. Und es klang wie das Reden eines Erwachenden, als einer unser lautloses Hinschauen unterbrach: „So etwas gibt es, und ich habe es bisher noch nicht gewußt*...... Geht hin, Wanderer, zur Herrlichkeit der Natur! Flieh! Auf! Hinaus ins weite Land und fühle junges, heirges Lebensglück! Dr. Otto Simon, Mannheim. Sollen Wanderer Blumen pflücken? i. Wenn wir hinausziehen, in die Natur, um ihre Schönheit zu bewundern und zu belauschen, möchten wir oft die Arme ausbreiten und etwas mitnehmen von dem unsagbar Wunderbaren. Wir möchten alles umfassen: Sonnenschein, Vogelsang, Waldesrauschen, Quellengemurmel. Wir möchten sie mitnehmen in unsere enge Stadt, wo nicht genug Raum ist für Licht und Luft! Es schmerzt uns'oft, daß wir den armen Daheimgebliebeneit nicht mehr mitbringen können, als das Erzählen und unsere Freude. Das ist zwar auch schon sehr viel* aber ein .Strauß