Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 3 (6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Blau-Weiß-Blätter in die Kirche zu gehen. Ich rückte zu ihnen, und wir sangen manch feines Lied. Dann nahm ich Abschied und stieg zu Tale. Hedad! R. Kahn, Prag Wanderlust Seit diesem Jahre haben wir in Hamburg einen „Blau- Weiß. " Wir sind noch wenige und in der Entwicklung. .... Am Hauptbahnhof ist Treffpunkt. Vor wenigen Tagen Hst~~unser~Werbeblatt herausgekommen. — Wieviel Greenhorns und Brauchbare werden daraufhin wohl erscheinen? Wieviele gestärkte Kragen werden sich wohl heute wieder in die Fluten des allseligmachenden Wassers tauchen, um ihnen ihre natürliche Weichheit wiederzugeben? Wir sind nicht für's Steife und zeigen s den Neulingen, die es noch nicht wissen, durch die Tat. — Platz zum Sitzen gibt's nicht mehr im Zug, und wir stehen bis nach Buchholz über eine Stunde lang. Bald hinter Buchholz kommen w ir in die Heide hinein. Kleine Wälder, die in farbenreichen Schattierungen, im hellen Grün der jungen Birkenblätter und im liefdunklen Grün der Tannen und Fichten prangen, geben dem Lande Abwechslung, und in frischer Gangart ziehen wir den Weg entlang — Um es richtig zu sagen: Wege gehen wir in der Vormittagsstunde selten. Straße, Weg oder Pfad wählen wir Nachmittags, wenn die Kräfte nachlassen und ein anstrengender iMarsch eine einheitliche Stimmung erzeugt hat, wenn sich die Wanderer mehr zusammengefunden haben und die Lust nach anregender Unterhaltung und gemeinsamen Liedern vorherrscht. — Morgens geht es bei uns durch Dick und Dünn, und gerade dieses Wandern, das uns von den Sonntagsnachmiuagsausflüglern unterscheidet, erregt bei unseren Jungen Freude. Lust und Wagemut. — Wer führt, muß dabei seine Karte gut zu lesen verstehen und sich im Gelände zu orientieren wissen. Wir legen auf das Erlernen dieser Dinge Wert, und auf unseren Heimabenden wird darüber instruiert. Aber Praxis und Fehler sind die besten Schulmeister. — Im hohen, weichen Heidekraut am Waldesrand wird zum Frühstück gerastet. Scherz und allerhand gutgemeinte Albernheiten würzen das Essen. Beständige Witzeleien und gar Sticheleien, die aus dem Rahmen fallen," dulden wir nicht, denn sie schaden dem Kameradschaftsgefühl und verderben die Stimmung.— Um einen der* älteren Wanderer liegen einige Schüler, und" obwohl wir ihm schon oft zu verstehen gegeben haben, daß wir keine Tendenzgespräche wünschen, will er ihnen wieder das Schicksal des Judentums deuten. Falls wir das einreißen ließen»