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Blau-Weiss-Blätter · 1914-05-01 · 2 (5.1914) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
2 (5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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s Blau-WeiÖ-Bläiter Bodenreformer, Berlin NW 23, Lessingstr. 11, gratis). „Körperpflege und Kleidung" (J. P. Müller, Jaques-Dalcroze). An einem besondern Abende wird eine uns befreundete Frei- 5chärlerin „über die Freischaren" und die »Akademische Vereinigung" bei uns sprechen, worauf wir uns schon heute freuen. Ebenso hat uns Herr stud. phiL Fritz Salomon eine Aussprache über den Gedankenkreis Wynekens (Jugendkultur, Freie Schulgemeinde und Sprechsäle) versprochen, wobei wir vom Standpunkte der jüdischen Jugend Stellung zu nehmen haben werden. Vera London hat ein Referat über „Das junge Judentum und deutsche Lebensreformbewegung44 angekündigt. Ihr seht, wir haben uns ein groß Stück Arbeit vorgenommen. Denn bei diesen Kursen wird jedesmal ein anderer leiten, und alle werden sich für jedes Thema vorbereiten. Die Nichtvorbereiteten bleiben zuhause. Warum wir Führer mit uns scheinbar so fernliegenden Dingen befassen? Diese Frage will ich ein anderes Mal noch einmal aufwerfen. Oder es wird sie ein anderer behandeln. Manchem wird die Antwort einleuchten, ohne daß er sie hört. Steigt man nämlich etwas tiefer, dann wird man den Zusammenhang schon finden und spüren, daß wir nicht da wären, wenn jene Jugend- und Lebensreformbewegungen uns nicht erst den Weg gebahnt hätten. Wir lernen. Wir fühlen, daß wir dabei vorwärts kommen. — Aber freilich, mit unsern Jungen und Mädeln sprechen wir von all diesen Sachen nicht. Die sollen sich möglichst wenig den Kopf zerbrechen. Da gibts ja soviel Wichtigeres zu lernen: wie die Bäume im Walde heißen, was gerade auf den Feldern gesät wird, was im Garten blüht. Und der Vogelsang. Kein Wandrer sollte eher ruhen, bis er alle Vögel kennt und erkennt. Das sollen die Führer den Blau-Weißen einprägen. Aber sie nur mit Weisheiten verschonen. Die Führer selbst aber sollen sich bald hinsetzen und zu lesen anfangen.-- Joseph Marcus» Breslau. Lag b'omar*) Wenn wir hinausziehen, um froh und frei von allen Schulsorgen zu wandern und zu singen, oder gar wenn ihr Jungen ein Kriegsspiel austragt, oder "ihr Mädels auf der Wiese spielt und tanzt so bildet ihr euch vielleicht ein, ihr seid die ersten von der Jugend unseres Volkes, die spielten und sangen und tanzten. *) Lag bomar ist der dreiunddreißigste Tag zwischen dem Peßach- und dem Wochenfest. Er gilt seit alten Zeiten als eine, fröhlichen Ereignissen gewidmete Unterbrechung der im übrigen nach religiöser Vorstellung ernsten Zwischenzeit.

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