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Blau-Weiss-Blätter · 1914-04-01 · 1 (4.1914) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
1 (4.1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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14 Blau-Weiß-Blätter wurde mit der ganzen irdischen Liebe geschmückt» die dieses Pest trug. Uralte und viele Ausgaben der Hagadah gibt es. Das Bedeutsamste an ihnen sind die Illustrationen. Von 895 Ausgaben der Hagadab, die von 1500—1900 erschienen, tragen 194 bildnerischen Schmuck Hier, in der IUustrierung der Hagadah. wirkte die künstlerische Phantasie, die, genährt durch zahllose geschichtliche Motive, dieses Fest mit einem besonderen Glänze zu umgeben suchte. Die Heesten Hagadahbücher sind Schöpfungen von künstlerischem Wert, merkwürdigerweise werden sie in späteren Zeiten immer kunstloser. Immer „eintöniger wurden die Zeichnungen, bis sie im Morast der Erbärmlichkeit rettungslos stecken blieben". Liegt es daran, daß das Peßachtest an-Lebens wärme im Laufe der Zeiten verloren hat?--- Zu solchen Betrachtungen etwa regt das neue Buch des JüdischenVerlages an, das Hugo Herrmann herausgegeben hat. Die Geschichte und der Geist des Peßachfestes, Peßachgebräuche aus allen Zeiten und Landen sind sein Inhalt. Es erzählt von dem Peßachfest zur Zeit des zweiten Tempels und von der Cbagigah in Rechoboth. Es schildert die Stimmung des Peßachfestes in der Poesie und Prosa moderner jüdischer Dichter. Am schönsten erzählt es uns aber von der Hagadah, von ihrem Sinn und ihrem Schicksal. Das Buch ist reich geschmückt mit Reproduktionen von Illustrationen alter Hagadahs und Gebetbücher. Besonders müssen die Abbildungen aus der kostbaren Hagadah— von Mantua von 1560 und der Prager Hagadah von 1526 hervorgehoben werden. Am Schluß steht die Schilderung der Chagigah in Rechoboth. Die jüdische Jugend in Palästina hat sich der Mittelfeiertage des hohen Festes bemächtigt und hat die uralte Peßachfeier um eine neue Festesfreude bereichert. In der Kolonie Rechoboth finden alljährlich zu Peßach die olympischen Wettkämpfe der jüdischen Jugend statt. Da gibt es Turnerwettkämpfe und Pferderennen! Wir brauchen gute Volksbücher kulturgeschichtlichen Inhalts. Ein solches ist das neue Peßachbuch. F. R. Blau «Weiss-Liederbuch, herausgegeben von der Führerschaft des Jüdischen Wanderbundes Blau-Weiss« Berlin. Jüdischer Verlag, Berlin 1914, Preis 0,80 M, 10 Exemplare 7,50 M, 20 Exemplare 14 M. Schon glaubten alle an einen schlechten Purimscherz, da erschien es plötzlich. Nun ist es da, in einfachem aber schmuckvollem Gewände, blickt unschuldig und vergnügt in die Welt, ist schon in den Taschen von hunderten .»Blau-Weißen*, und niemand sieht dem kleinen, handlichen Ding an, wie schwer es ihm wurde, das Licht der Welt zu erblicken. Da wurden Kommissionen ein- und abgesetzt, da wurden alle Sachverständigen um Rat gefragt, da mußten Noten und Manuskripte geschrieben werden, da wurden sogar Lieder neu komponiert, und als alles fertig war, dachte niemand an das biblische Gebot: »Du sollst nichts hinzufügen und nichts fortnehmen*4. Als alles fertig war. da fing die Arbeit von neuem an Da zankten sich die Sachverständigen. Der wollte dieses Lied streichen, der wollte ein anderes gedruckt sehen, der wollte einen anderen Umschlag, der ein anderes Titelbild, und jeder fand, daß das Liederbuch „unbrauchbar*, einfach „unbrauchbar* sei, wenn er nicht recht bekäme. Wenn wir nicht Glaser gehabt hätten, ruhte das Buch vielleicht Immer noch im Schöße der Kommission. Der nahm sich das Manuskript heim« üch fort und machte die Arbeit allein fertig.

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