Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1914-02-01 · 10 (2.1914) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
10 (2.1914)
Date
1914-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2425321-3181675-3181686--0158-3181984
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 Makkabi" erfreuten sich des besten Appetits und die Feindschaft war bald vergessen. Dann wurde, wie jetzt immer auf unseren Wanderungen, geturnt und gespielt Entlang der Donau marschierten wir dann bei dem Scheine unserer Laternchen bis gegen Floridsdorf und fuhren zwar müde aber fröhlich heim.- Der Sieg war schön; haben wir doch unseren Hunger, unsere Müdigkeit nicht? zuletzt auch unseren eigenen Willen überwunden und sind willig dem Führer, gefolgt dessen Befehl ja doch immer das beste trifft. "vv' Hedad! Jänner 1914. Ein Wiener Wanderej;< Unsere Winterfahrt ins Gebirge 19 Leut' waren wir, und was für welche! 8 Mädels und 11 BubenC, Ich weiß zwar nicht ob sich einige der letzteren das Wort Buben gefallen4 lassen, sie müssen es aber, wenn sie „ Wanderbündler" heißen wollen. Endlich hatten sowohl wir, als auch unsere Skier und Rodel im Zug, der uns nach Miesbach führte, Platz gefunden. Wir unterhielten uns über Fahrten im Wanderbund. Am Ziel angelangt, suchten wir erst Quartier. Für soviele war das sehr schwer, aber bald fanden unsere Führer, die Henny und der Herr Cohn, etwas, •das zwar mehr Löchern als Zimmern glich. Nun gingen wir auf den Stadelberg; da wars nun wirklich fein! Die einen rodelten, die andern iiefen Ski. Um vier Uhr kamen wir wieder zurück, und nun gings ans Kochen. V£ir: Mädeln hatten was gar Feines: Nämlich Makkaroni mit Eier, Aprikosenkom^ pott und Tee Die Buben — nein, ich will lieber nichts sagen, weil mir" -sonst die elf die Augen auskratzen, und ich die doch wirklich noch notwendig, »brauch. Nach dem Essen gingen wir in die untere Stube, wo wir uns halt noch furchtbar gemütlich machten. Wir sangen, spielten, und einige trugen* ^uch noch Gedichte vor. — Dann sollten wir uns schlafen legen, was aoer nicht so einfach vor sich ging, da wir acht Mädeln nur vier Betten hatten. Ich, die ich 1,75 m groß bin, sollte mit der Henny, die 1,735 m groG ist,; jrv einem 1,32 m langen Bett schlafen. Diese Beschreibung genügt, um zu wissen, daß wir natürlich meistens den Boden als Lager hatten. i Am nächsten Morgen trennten wir Skiläufer uns von den Rodlern un4 i -fuhren nach Fischhausen. Beim schönsten Sonnenschein stiegen wir zum^ Sodeuschneidhaus auf. Ich habe wirklich in meinem ganzen L?ben, das schon sehr lang ist, keinen solch wunderbar herrlichen Wintertag erlebt. Der tieft fclaue Himmel, der funkelnd weiße Schnee und die verschneiten Bäume erhöhtennoch unsere Stimmung. Von Osten her winkte der Wendelstein mit seinem •durch die Sonne vergoldeten Gipfel. Doch poetisch will ich nicht werden, ich habe nämlich gar keine Veranlagung dazu. Aber glänzend wars doch! Die Abfahrt war zünftig! (nicht günstig, wie im letzten wB!au-\Veiß"-Biatt gestanden hat wo das Wort auch vorkam). Die unzähligen Fälle, die besonders bei mir vorkamen, darf man nicht tragisch nehmen. In der Bahn trafen wir mit den Rodlern zusammen, die uns versicherten, •es sei unmöglich, daß es bei uns so fein gewesen wäre wie bei ihnen; sie waren nämlich auf dem Spitzingsattel Bei wem war's wohl schöner? Nedi Feucht wanger, München. Unser erstes Kriegsspiel Der Himme! hatte unsere Bundesfarbe aufgewiesen, die Sonne tiat ebej^. mit ihrem ganzen Glänze aus den Wolken hervor, als wir Dachau verließen.' ÜVir lenkten unsere Schritte einem nahen Hügel zu, auf dem wir unser Früh.* stück abhielten. Bald waren wir geteilt Jede Abteilung bestand aus 7 Matfpt. Eine bekam den Namen Juden, die andere Römer. Ich war bei den Römern^ Bald marschierten die Juden fort, denn wir mußten sie ja überfallen und den " Weg absperren. Nach einer halben Stunde, wie verabredet war, marschierte^ ] auch wir ab. Rasch gingr. durch Feld und Busch. Plötzlich entdeckte unser

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.