Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 9 (1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Blau-Weiß-Blätter sein, daß wir es am liebsten allen Menschen entgegenrufen möchten. Wir wollen immer Farbe bekennen. Und wir suchen uns immer so zu benehmen, daß wir unseren Farben keine Schande machen. Als wir neulich auf einer Tagestour, nachdem wir beinahe zwei Stunden in Gußregen und Sturm auf durchweichter Landstraße marschiert waren, so gut gelaunt wie immer, endlich zur Bahnstation nach Mödling kamen, da sahen wir trotz bester Laune und vorschriftsmäßiger Kleidung doch etwas herabgekommen aus. Die Menschen sahen uns mitleidig an, und Mitleid verträgt man nicht leicht. Da stimmten wir ein fesches Wanderlied an: „Wir wandern mit Hurrah*4 und sangen unaufhörlich durch den ganzen Ort. Die guten Leute sahen uns mit ganz merkwürdigen, aber durchaus nicht mehr mitleidigen Blicken an, als wir so jubilierend durch den grauen Regen zogen. — Wenn es nur eine Halbtagswanderung gibt, gehfs bald nach Hause, auf einer Tagestour wartet unser dann wieder die Mittagsrast mit Abkochen, Turnen, Spielen, im Sommer auch Fußbad und Faulenzen. Gewöhnlich wird bis zur Jause marschiert, zum Nachtmahl sind wir gewöhnlich schon zu Hause. Auf unserer Zwei-Tage-Tour im Sommer aber, als unsere Großen 14 Tage im Böhmerwald waren, da zogen wir Abends statt in Wien, in einem Dorfe, Alland, ein. (Ihr könnt es auf der Karte von Niederösterreich suchen.) Zwei herrliche Scheunen erwarteten uns, in denen wir, tief im Heu vergraben, nichr der Nachtruhe pflegten, sondern beinahe die nächtliche Ruhe störten; denn zum Schlafen war es viel zu gemütlich, es wäre zu schade gewesen, die schöne Zeit zu verschlafen, das hätten fast auch wir Führer eingesehen, obwohl wir schließlich energisch Schlaf kommandierten. Besonders in unserer Mädelscheune war die Stimmung sehr angeregt. Wir hatten sogar richtige Wachen ausgestellt, mit Stock und elektrischer Laterne bewaffnet, aber leider war außer uns weder Mensch noch Tier zu sehen oder zu hören. — Jetzt wollen wir wieder eine winterliche Zweitage-Tour machen, über die werden wir euch noch berichten. Hedad! Rudolfine Waltuch, Wien - - Von Fahrten und Rasten In den Vogesen In Weißenburg, der Pforte zum Elsaß, verließen wir, drei Wanderer vom Mannheimer „Blau-Weiß*, den Zug; es war bereits Abend und v$Uig dunkel geworden, wir schritten durch die alten Straßen und Gaßchen und sahen, wie an allen Fenstern die angezündeten Weihnachtsbäume standen. Da