Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 8 (12.1914)
- Date
- 1914-12-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Blaü^Weiß-Blätter „Er ist mit der Mutter gegangen/ Früchte zu holen." Da bat er sie freundlich: „Reiche mir ein Stück Brot und einen Trunk Wasser." Das Weib aber antwortete: „Wir haben kein Brot und kein Wasser." Da verabschiedete sich Abraham von ihr und bat sie, ihrem Manne auszurichten: ein alter Mann aus dem Lande Kanaan wäre dagewesen und ließe ihm sagen, die Schwelle seines Hauses wäre nicht gastfreundlich. Als Ismael abends heimkehrte, erzählte « ihm sein Weib von dem fremden alten Mann und wiederholte ihm seine Worte. Ismael aber wußte wohl, daß es sein Vater war, auch hatte .er den Sinn seiner Worte erfaßt, denn Abraham meinte nicht anders, als daß sein Weib ein böses Weib wäre. Und er vertrieb es aus seinem Hause und nahm eine andere zum Weibe, Es verging einige Zeit, da trug es sich wieder zu, daß Abraham seinen Sohn Ismael zu sehen wünschte. Da machte er sich wieder auf, sattelte seinen Esel und zog in die Wüste. Wie er aber von seinem Weibe Sarah Abschied nahm, da beschwor sie ihn wiederum, ja nicht vom Esel abzusteigen und bat ihn, er möchte nur hinreiten und zurückreiten, denn sie hatte Angst, er könnte bei seinem Sohne längere Zeit verweilen. Dies versprach er ihr und zog seines Weges. Und wieder war es um die Mittagszeit, da Abraham vor Ismaels Hause hielt. Auf der Schwelle aber stand diesmal Ismaels zweites Weib. Er redete sie an und sprach: „Wo ist Ismael?" Und sie gab ihm zur Antwort: „Ismael ist mit Hagar gegangen, die Esel füttern." Da bat sie Abraham freundlich: „Gib mir ein Stück Brot und einen Trunk Wasser." Und das Weib lief in die Hütte und brachte ihm zu essen und zu trinken. Da bedankte sich Abraham bei ihr und bat sie, sie möchte ihrem Mann ausrichten: ein alter Mann aus Kanaan wäre dagewesen und ließe ihm sagen, die Schwelle seines Hauses wäre gastfreundlich, und er wünsche ihm und seinem Hause Glück lind Segen. Als nun Ismael von der Arbeit heimkehrte, erzählte ihm sein Weib von dem alten Manne und gab ihm seine Worte wieder. Und Ismael wußte wohl, daß der alte, Mann sein Vater war und erfaßte auch den Sinn seiner Worte, denn Abraham hatte diesmal seine Frau gelobt.1 Und er umarmte seine Frau, küßte und herzte sie und freute sich innig mit ihr.