Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- [1916]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Dann wurde fein Herz ganz fall und hart: „Ls ist wie ein Gottesurteil. Blut ist zwischen mir und David." Lr goß den Rest des Masters in seinen Helm: „Ich werde ihm zu trinken geben und ihn beim Trunk erstechen!" Joab trat vor David. Der Häuptling lag mit durstirren Augen am Feuer. Die hastige Flucht vor den Philistern hatte ihm die Zunge gedorrt: Gierig griff er nach dem Helm, der die Labsal enthielt. Im Gehang lockerte Joab das Schwert. Da stel Davids Blick auf Naharai; er zuckte zusammen und schaute Joab an und Asahel, der im Mundfieber am Boden lag. Linen Augenblick nur zauderte er, dann goß er das Master, das seine Getreuen mit ihrem Blute bezahlt hatten, zu Boden. Joab überkam's von neuem wie schulterndes Meinen; seiner Hand entsank der Griff des Schwertes, klirrend siel die Maffe zu Boden. Da bricht einer durch die Schar der Krieger, naß find ihm haar und Gewand vom hitzigen tauf. Vor David finkt er in die Knie: „Juble, Herr! Saul, Dein Feind, liegt erschlagen von den Philistern aus der höhe von Gilboa. Ls lebe David, der König von Israel!" David trat zurück, tief erschüttert: „Das sei ferne von mir, daß ich mich am Tode des Gesalbten freue; fern von mir, die Krone zu nehmen, die dem Hause Sauls gebührt!" Joab aber umschlang den Zögernden; er wies auf die Leiche zu ihren Füßen: „Bei Gott, der mich und" — es klang fast drohend — „Dich rettete, fei Du unser König, rache Dein Volk, rache diesen, der um Dich fiel, an den Philistern!" Im Osten über den Bergen ward es hell. Tausendfach erwiderte das Echo den jubelnden Ruf: „Ls lebe der König von Israel!" Berlin Karl Glaser