Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- [1916]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Baien höflich; aber sie nannten uns jndäifche Hunde, die man ersäufen würde, sei Saul erst gezüchtigt, und verfolgten uns bis in die Berge. Es sind ihrer zu viele!" „Die Leute schmachten," sagte Ioab, „längst leiden sie Mangel am Nötigsten." David wandte sich ab: „Auch mich dürstet." Einen Augenblick lang schwiegen die Männer. Sie standen in dumpfer Verzweiflung. Sie neideten Sau! den ehrlichen Kampf gegen den Erbfeind, an dem sie. die Verstoßenen nicht terlnehmen durften. Sie sahen den gräßlichen Tod des Verdurstens vor sich oder das schmähliche Ende des Räubers in den Spießen der erbitterten Bauern. Da trat Ioab vor. Ihm war, als rauschte um ihn gewaltiger . Flügelschlag. Das war Gottes Hand, die ihm den Weg wies, der ihn über David hinweg zum Lichte führen sollte, „Ich werde Wasser holen", sagte er, warf den ledernen Schlauch auf die Schulter und schritt, ohne der anderen zu achten, den Berg hinab. Als er die Straße nach Bethlehem erreicht hatte, hörte er Männer hinter sich; es waren Asahel, sein Bruder und Naharai, sein Waffenträger, den er liebte wie sein Leben. — In der Ferne glänzten die Wachtfeuer der Philister. Die drei, den Speer in der Faust, schlichen im Schatten der Therebinthen heran, unhörbar, mordlustig und mit allen Sinnen nach denen spähend, die ihnen Widerstand leisten würden. In der Nähe rasselte es wie die Schuppen eines Harnischs, die sich aneinander rieben. Ioab schnellte empor, dann dröhnte der Boden von dumpfem Fall. Die drei krochen weiter. Ein dichtes Gebüsch nahm sie auf. Sie harrten und lauschten und spähten hinunter zu den zahlreichen Feuern, an denen Bewaffnete auf und niedergingen. Em schwerer Dust stieg zu ihnen empor von Balsam und Myrrhen, ein Schreien und Jauchzen aus blütenüberdeckten Gebüschen, der scharfe Geruch und das wilde Schnauben der Pferde, die von ägyptischen Buben be-- wacht -es Tages harrten, an dem sie an der Deichsel eiserner Sichelwagen über die Leiber schreiender Feinde Hinwegrasen würden. Brennrote Rosen im haar huschten vom Feuer ins Dunkel, phönizifche Tänzerinnen; goldene Ringe klirrten an ihren Ohren und zierliche Ketten an ihren Füßchen; sie sangen und trällerten und wanden flch im Kreise der Krieger wie glitzernde Schlangen, schön und gefadr* lich. Aus weinrauhen Kehlen stiegen gröhlende Lieder, aus goldenen Bechern, Jakobs Gotte entwendet, perlte des Weines Ueberstnß auf lyrischen Purpur und auf die köstlichen Teppiche, die sonst die Zelte