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Blau-Weiss-Blätter · 1916-01-01 · [1916] · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
[1916]
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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3o ab Die nnt David wurden gehetzt wie die wilden Tiere der Berge. Gleich ihnen verkrochen sie sich in Kläffen und höhlen, wenn die Päjfe von den Schritten der Bewaffneten dröhnten, mit denen Saul die Verhaßten zu umstellen suchte. Um ihre von der Sonne gedörrten Körper hingen rostige Harnische, sterbenden Feinden entrissen; ihre Schwerter, bedeckt von Schrammen und Scharten, fanden leichter denn in die Scheide den Weg in splitternde Schilde und klaffende Brüste. Jeder war ihr Feind, niemand ihr Freund; von ihrem Volke verstoßen waren sie mehr Räuber als Landsknechte, jedem dienstbar/der ihre Wildheit und Verzweiflung zu nutzen dachte, und der ihnen Schutz vor den Kriegern des israelitischen Königs gewährte. Im wildesten Teil des Gebirges Juda, dort wo die Berge steil und zerklüftetzum stahlblauen Himmel emportrotzen, lag die Horde um ein schwaches Feuer, um das aufgehäuste Steine einen dürftigen Herd bildeten. Gin Widder, der Tribut eines Hirten, briet am Spießes doch schon wurde die Nahrung spärlicher; denn es war Krieg im Lande, und das Volk rottete sich zu Haufen gegen plündernde Banden. Schlimm auch stand es um Wasser; die Quellen waren verschüttet, übler Brodem stieg au» dampfenden Zisternen, in denen eine dünne- Schicht schmutzigen Schlammes faulte. Am rissigen Stamm der sturmzersplitterten Tamariske lehnte Joab, der wilde Sohn der Zeruja, und blickte finster auf seinen Bruder Asahel, der wie ein spielendes Kind den schlanken Schaft eines Pfeiles mit zierlichen Kerben schmückte. ^Fluch dem Tag, an dem David uns hieß, diesem Philisterzug gegen Israel zu folgen!" Und als der Angeredete schweigend an seinem Pfeile weiter schnitzte, fügte er grimmig hinzu: „Was beklagen wir uns, daß man uns von Wachen umstellt in diese Gede bannt? Soll der Philister uns trauen, da wir dem eigenen Volk die Treue brachen? Besser vom Schwerte Sauls fallen, als nach Wasser japsen, wie ein dürstendes Zicklein und aller Welt zum Gkel werden!" Mit einer raschen Bewegung der Wut riß er das Kopftuch seines Burnus von der braunen, narbenzerrissenen Stirn; der glutheiße Wind, der aus den Tälern «mporstieg, trieb ihm die tiefschwarzen Locken in das kühne Antlitz. Ihm war's ein Gruß, den die Wüste dem Sohne sandte; ein« Mahnung zürnender Väter, deren Leiber nach ehrlichem Kampf, der sengende Sand deckte. Das hitzige Nomadenblut, das Grbe der Ahnen, fieberte in ihm, seine Schläfen pochten vor Schmerz und Zorn,

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