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Blau-Weiss-Blätter · 1916-01-01 · [1916] · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
[1916]
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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IRI
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Moschee, die Grabeskirche, das größte Heiligtum der Christenheit, und der hohe Turm der Davidsburg, die jetzt den Halbmond auf der Spitze trägt. — Dann wende ich mich um und sehe in der Ferne am Horizont als Grenze das Gebirge Moab. Doch was glänzt dort in der Tiefe im zitternden Sonnenlicht so wunderbar smaragdengrün? — Es ist das stille Waffer des Toten Meeres, die Stätte lebensloser Einsamkeit. ItL Im Hofe der neuen Schulen in Jerusalem sammeln sich an einem sonnenhellen Morgen Lehrer und Schüler. Alles ist freudig' erregt; frische, frohe Gesichter! Es ist ja die erste große Fahrt, die unser neu gegründeter Wanderbund machen soll, hinaus, dem leuchtenden Frühlmg entgegen, in die Flnren von Judäa. Wir haben uns -diesmal an Euch im Galuth ein gutes Beispiel genommen und einen Wanderbund ins Leben gerufen, der gar rasch ausblühen will. Ist es nicht wunderschön, mir frischem, frohem Mut das Land der Ahnen' zu durchwandern, in ernster Andacht an den Stätten einstiger jüdischer Größe zu weilen, — dann aber hinzugehen in die jüdischen Kolonien, wo der jüdische Bauer den Pflug über jüdisches Land führt, wo der opferfreudige jüdische Arbeiter die Drange pflegt und die Dlive pflanAwo der sonngebraunte Kolonistensohn auf feurigern Pferd dahinjagt, und der ernste, junge Schomer auf getreuer Wacht steht? . . . Das Land blüht auf, wie die Blume auf den Wiesen. —- Es rollt frisches, lebenswarmes Blut durch alle Adern. — Wenn die Scharen der jungen Wanderer mit festem Schritt durch die Straßen der alten Davidsstadt marschieren, wenn ihr stolzes hebräisches Lied erschallt, dann schüttelt wohl mancher von den Alten verwundert das Haupt. In vielen Herzen aber wird die Ahnungwach, das ist die Erlösung des tausendjährigen Leids, das ist das- Bild der neuen, jüdischen Jugend. Die jungen, frohen Wanderer in Erez Iisrael bieten Euch, Ihr jüdischen Brüder und Schwestern einen frohen Gruß! — Der Lenz ist eingezogen ins Land und in die Herzen. Und Ihr, die Ihr durch deutsche Gaue wandert, öffnet Eure Herzen weit, damit auch bei Euch einziehe ein heiliger, neuer Frühling! Jerusalem Josef Glaeser Kt

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