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Blau-Weiss-Blätter · 1916-01-01 · [1916] · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
[1916]
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Wcht zionistisch find wir, wie man uns nachsagt. Mit Partei und Parteipolitik haben wir nichts zu tun. Die Eltern unserer Wanderer find nicht so kurzsichtig, sich jahrelang täuschen zu lassen. Was wir find, sagen wir stolz: wir find jüdisch! Weil wir jüdisch find, wagen wir es, hebräisch zu lernen, wie das deutsche, das jüdische Lied zu pflegen, ja Palästinas und unserer Brüder im Dsten zu denken. Die jüdische fugend ist gesund und frei genug uns zu verstehen und zu fühlen wie wir. Sie wird sich nicht beirren lassen. Mit hingebender Treue hängen unsere Wanderer an unserem, ihrem Bunde, dessen Gedeihen ihnen Herzenssache ist. solange es frohen Sinn und stolzes Bekennen gibt, wird der „Blau-Weiß" unbeirrt seinen hohen Zielen zustreben; unbeirrt, weil wir wissen, daß es gut und schon ist, was wir wollen. Berlin _ G e o r g T o d t mann Wanderer und Landschaft Auf mehrtägiger Fahrt werdet ihr erkennen, daß es ein Unterschied ist, ob man alle Sonntage hinauskommt oder täglich im Freien lebt. Ihr werdet das Glück empfinden, mit der Natur auf Du und Du zu leben, mit all ihren mannigfachen Lebensäußerungen ganz pet^ traut zu werden. Wie war es, als der Frühling kam? habt ihr ihn wirklich heranreifen sehen, saht ihr, wie bald gegen Winters Ende der Saft in die Zweige schoß und sich die schwarzen Baumschatten mit zartem, goldgrünem Schleier umwoben? Und habt ihr beobachtet, wie allmählich die Zugvögel: „Amsel, Drossel, Fink und Star" zurückkehrten, der Storch wieder sein Nest bezog? Dder war es nicht vielmehr so, daß ihr eines Sonntags den Frühling mit einem Mal in voller Blüte vorfandet? Lernt in den Ferren für die übrige Zeit! Lernt die Einzelheiten der Landschaft, ihre täglichen Veränderungen liebevoll beobachten, lernt sehen! Das Wandern ist nicht nur fürs Gemüt. Es kommt nicht allein darauf an, sich ein feines Empfinde»: für die Schönheit, die Stimmungen der Landschaft zu bilden. Der Wanderer soll ebenso seine Sinne bilden. Grade dort, wo das Gemüt vielleicht zu kurz kommt, auf der: Feldern, an denen man gern mit Gesang recht flott vorüberschreitet, da gibt es am meisten zu sehen. Ich glaube, es ist manchem entgangen, daß die erste Heu» ernte lange herein ist, und die zweite schon hoch steht. Saht ihr, wie aus den zarten grünen Spitzen, die wie „Gras" aus der Erde her-

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