Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 3 (6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Blau-Weiß-Blätter Die Fahrt sollte bis nach Rotsürben gehn. Doch da das Wetter wenig schön, Entschieden wir uns für Morgenau .... — Der Himmel war düster, schwer und grau. Doch dieser Entschluß wurde auch zu Wasser, Denn es regnete, und wir wurden stets nasser, Und da Else Nellhaus furchtbar krächzte, Schickten wir sie nach Haus. — Der Sturm — er ächzte! Dann sprangen wir drei, des Vereines Stutzen, Verlassen, doch mutig durch die Pfützen. Wir strebten nach einem dritten Ziel, Nach Oswitz: für Wanderer ist das nicht viel. Doch vorher zogen wir uns, da wir froren, Alle drei — Regencapes über die Ohren. So stiefelten wir an der Oder entlang Und über 'ne Brücke mit mufgern Gesang. Am andern Ufer stand — hurra! Ein Mann mit Apfelsinen da. Edith Steiner — begeistert — kaufte 6 Stück, Zu 60 das Dutzend. Na, viel Glück! Sie so waren niedlich, so winzig, so klein, Als ob sie für Puppen berechnet sein. Doch sie schmeckten sehr gut und sie waren sehr saftig. Wir aßen sie alle auf: Wahrhaftig! Dann gingen wir noch bis nach Oswitz 'raus, Und von da aus fuhren wir fröhlich nach Haus! Frieda E. Fabisch, Breslau, 1. Klasse. Die Wanderung nach Mauer Der 1. Juni, an welchem wir „Blau-Weißen* in Wien eine Wanderung nach Mauer machten, war ein schöner Sommertag. Der Führer war unser Lehrer, Herr Schwertfinger. Wir fuhren mit der Verbindungsbahn nach „Ober-Hetzdorf" und marschierten von dort nach Mauer. Wir waren von den Naturschönheiten entzückt und freuten uns alle über den herrlichen Tag. Auf dem Wege veranstaltete unser Führer einen Wettlauf. In Mauer angelangt, rasteten wir eine lange Zeit, und nachdem wir völlig ausgerastet waren, übten wir uns in verschiedenen leichtathletischen Spielen, wie Fußball, Handbai! und Nationen, wobei ein jeder einen jüdischen Namen wählte. Ich ließ mich mit meinem eigenem Vornamen „Mosche* betiteln, den unser Führer als den schönsten Namen bezeichnete. Wir lernten nun das unser jüdisches Gefühl erhebende Lied „Auf mein Volk\ weiches ich jeder-