Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 99)
- Language
- German
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Sozialressort: Dr. Ernst u. Hilde Markowicz, Leipzig-C 1, Parthenstr. 5. Sportressort: Sandor Nebenzahl, Leipzig-C I, Gneisenaustraße 8. Der Ftihrerrat besteht aus je 1 Vertreter der Jugendring- Vereinigungen. Seine Beschlüsse müssen einstimmig gefaßt werden. Er stellt somit eine Art Parlament der Leipziger jüdischen Jugend dar, in dem jede Richtung gleiches Wort und gleiche Stimme hat. Arbeit. Alle während seines zweieinhalbjährigen Bestehens aufgenommenen Arbeitsgebiete, alle Tätigkeit der Mitglieder dienen der Grundidee des Jugendrings: menschliche Ausgleichung der jüdischen Jugendlichen aller Richtungen, persönliche Annäherung der Menschen einer Generation, der später die "Führung eines jüdischen Gemeinwesens obliegt. Drei Gebiete sind es, die gemäß der Altersschichten innerhalb von Jugendvereinigungen von uns als am nächsten liegend bearbeitet werden: Sport — Sozialarbeit — Kulturarbeit. Während für die beiden ersten Dinge eigene Jugendring-Ressorts bestehen, wurde die Kulturarbeit bisher unter Protektion und mit Hilfe der Jugendringleitung durch die einzelnen Vereinigungen betrieben. Es sei nachstehend nun auf die Arbeitsweise dieser Gebiete eingegangen. Sport: Der Jugendring hält während der Sommermonate auf dem städtischen Spielplatzgelände am Meßplatz einmal wöchentlich einen Spielabend ab, zu dem fast sämtliche Jugendlichen aller Bünde kommen und durch entsprechende Verteilung in den Spielen einander kennenlernen. Im Winter können Jugendring - Mitglieder kostenlos an den Bar - Kochba - Trainingsabenden teilnehmen; der Jugendring bezahlt hierfür eine Pauschalsumme an den J. S. V. Bar- Kochba. Einmal jährlich findet die große Jugendring-Treffahrt in der Nähe Leipzigs statt, zu der die Jugendringmeisterschaften in verschiedenen Disziplinen zur Austragung gelangen. Preise in Gestalt von Sport- und Wandergeräten stiften hierzu traditionsgemäß die Leipziger jüdischen Vereine. Der Jugendring selbst besitzt eigene Medizin-, Hand- und Völkerbälle. Sozial-Arbeit: In ihr sind die Jugendring-Mitglieder aller Altersschichten tätig, wenn auch mit einer gewissen Auswahl der Menschen. Folgende Arbeiten werden von uns übernommen: 1. Schutzaufsichten älterer Führer über straffällig gewesene oder zur Beaufsichtigung überwiesene jüdische Jugendliche. 7* 99