Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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katholischem Organistenhause stammend, war er zum Theologen bestimmt, trieb schon auf dem Gymnasium eifrig hebräische Studien. Erst auf der Universität Leipzig entschied er sich endgültig für die Musik, betrieb aber noch, als er schon auf dem Konservatorium war, sein Hebräisch längere Zeit. Als Jadassohn seinen Schüler Homeyer der Gemeinde als Organisten empfahl, war dieser schon auf dem Wege zu hoher Künstlerschaft. Aber ob er auch später Qewandhausorganist wurde, ob er auch die Ehre hatte, vor dem Papst in der Peterskirche zu spielen und von ihm persönlich ausgezeichnet zu werden für sein unvergeßliches Spiel, ob er auch eine goldene Medaille von den Mönchen auf dem Oelberg bei Jerusalem erhielt: als seine schönste Pflicht erschien ihm, dem frommen Katholiken, nach seinen eigenen Worten „die musikalische Heiligung Gottes in der Leipziger Synagoge!" Das soll ihm unvergessen sein! — Nur einiges aus meiner Leipziger Zeit habe ich herausgegriffen, was politisch oder kulturell interessieren konnte, was sich an Persönlichkeiten knüpfte, die über Leipzigs Mauern hinaus einen Namen hatten oder haben, oder deren Schicksal ein höheres Walten deutlich erkennen ließ. Immer handelte es sich um Juden oder jüdische Beziehungen. Es fehlt noch mancher jüdische Name: Moritz Lazarus, Mandelkern, die beiden Mieses, mancher Wohltäter: Alphons Jacobson; Rabbiner und Kantoren. Ueber sie gelegentlich an anderer Stelle. 39