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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 15

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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werden konnte. Und auch dann noch zog Leipzig naturgemäß vornehmlich Juden an, die an den Messen interessiert waren. Und* dennoch darf ebenso wenig wie bei der Stadt der Beitrag übersehen werden, den die hiesigen Juden für die geistige Kultur geleistet haben. In Leipzig lebte eine keineswegs kleine Zahl von Juden, die durch ihre gelehrten Arbeiten ihren Namen unsterblich machten. Auf diese Tatsache soll die folgende Studie hinweisen, die sich, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, mit Leipziger Juden beschäftigt, insoweit sie durch wissenschaftliche Veröffentlichungen die Erforschung jüdischer Wissensgebiete bereichert haben. Zeitlich steht an der Spitze dieser Namen der des Orientalisten Julius Fürst, der schon 1839, also noch vor der Gemeindegründung, in Leipzig so große Anerkennung als Gelehrter und Forscher besaß, daß er als erster Jude bei der Universität „nach vorausgegangener Begutachtung und Empfehlung von Seiten der theologischen und philosophischen Fakultät, durch Ministerialverfügung zu Vorlesungen über hebräische und talmudische Sprache ermächtigt und im Lektionskataloge der letztgenannten Fakultät zugewiesen" wurde. Hier muß eingeschaltet werden, daß Julius Fürst tatsächlich der erste jüdische Lehrer an der Leipziger Universität gewesen ist. Als in Leipziger Zeitungen (u. a. im Leipziger Tageblatt vom 24. Januar 1840) die Ernennung Fürsts als des ersten jüdischen Universitätslehrers gemeldet wurde, berichtigte dies der Universitätsprofessor Krug, indem er auf Antonius Margarita hinwies, der schon zu Anfang des 16. Jahrhunderts als Jude Lehrer der orientalischen Sprachen an der Leipziger Universität gewesen sei und sich um die hebräische Sprache und Literatur sehr verdient gemacht habe. Hier liegt ein bedauerlicher Irrtum vor, um so bedauerlicher und merkwürdiger, als dieser Antonius Margarita — ein getaufter Jude und Verfasser eines von bitterster Gehässigkeit gegen die Juden erfüllten Werkes war. Margarita war gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Sohn eines in Regensburg lebenden R. Jacob Margoliot (die Verwandtschaft der Namen ist augenfällig) geboren, hatte 1522 die Taufe genommen und wurde dann Lehrer des Hebräischen in Augsburg. Schon dort eröffnete er einen heftigen Kampf gegen die Juden in seinem Buche: „Der gantz Jüdisch glaub mit sampt einer gründlichen und wahrhaften anzaygunge / Aller Satzungen / Ceremonien / Gebetten / Haymliche und öffentliche gebreuch / deren sich dye juden halten / durch das gantz jar /. . " usw. Das Buch reiht 15

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