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Zion · 1938-04-01 · 3 (4.1938) · p. Seite 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
3 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 1 (sequence 3)
Language
German
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Z I O N WtTo Berlin, April 1938 ln f u Nr' 3 -Nissan 5698lO.Jahrgang. £>ie ewi&e jüdische Sehnsucht CGedanken zum Pessachfest). Von Samuel Grünberg. So oft wir einen Blick, werfen auf die Geschichte unseres Volkes seines Wandels durch die Zeiten und Völker, seiner Schicksalsgestaltung und seines Volkslebens, sehen wir, wie einzigartig Israel ist in seinem ethnischen Werdegang, wie einzigartig der Verlauf seiner fast 3500 jährigen Geschichte und die Manifestationen seines Lebenswillens sind. Eine äußerst interessante Beobachtung ist schon bei Beginn unseres Volkswerdens zu machen, zu der folgendes vorausgeschickt werden soll. Es ist eine bekannte historische Tatsache, daß keine Menschengruppe mit dem Namen „Volk" belegt wird, bevor sie nicht die Merkmale aufweist, die der Begriff Volk naturnotwendig involviert. Gemeinsame Abstammung, gemeinsame Sprache, gemeinsame Lebensnormen, einheitliche Geistesrichtung und zum Teil auch Veranlagung und last not least ein gemeinsam bewohntes Territorium. Eine Familie wird zum Stamm, der Stamm wird durch die erwähnte Ausprägung seines völkischen Ich's zum Volk. Die Aneignung eines Stück Landes ist der Grundstein des Volkstums und der Beginn jeder nationalen Geschichte. Dies gilt sogar von den Nomaden. Erst wenn diese völkischen Bedingungen mehr oder weniger erfüllt sind, reden wir von einem Volk, seinen geschichtlichen Taten und seinem geschichtlichen Schicksal. Wenn es in der Tora heißt: nach ihren Familien, nach ihren Sprachen, nach ihren Ländern (Gen. 10,31), so ist damit wohl der Werdegang der Völkerschaften in der Urgeschichte angedeutet. Es liegt in der Natur der Sache, daß die in Charakter, Sitte, Sprache und Kultur differenzierten Völker, die in Verbindung miteinander kommen, zuweilen aus verschiedenen Gründen in Streitigkeiten geraten, die in Kampf und Krieg ausarten. Krieg führt aber zu Sieg und Niederlage. Da geschieht es zuweilen, daß ein ganzes Volk besiegt und unterworfen wird. Hierbei kann es auch zu einer Katastrophe kommen, zu der 1

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