Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 1 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der neue Oberrabbiner von Erez Israel — ein Misrachist. Seit einigen Wochen hat Erez Israel seinen Landesrabbiner. Der höchste und ehrenvollste, zugleich aber auch der schwierigste und verantwortungsvollste Posten, den die Judenheit des heiligen Landes zu vergeben hatte, ist endgültig besetzt. Die Wahl fiel auf einen Mann von besonderen Qualitäten. In eingeweihten Kreisen war Rabbi Isaak Halevy, der Chief-Rabbiner von Dublin, rühmlichst als ein Mann von großer jüdischer Gelehrsamkeit, von gediegenem profanem Wissen und von großem Scharfsinn bekannt. Was ihm aber die „Krone des guten Namens" aufsetzte, sind seine seelischen Eigenschaften: sein lauterer Charakter, seine außergewöhnliche Vornehmheit, seine große Demut, seine echte, nicht zur Schau getragene Frömmigkeit und seine harmonisch geschlossene Persönlichkeit. Der neue Oberrabbiner Erez Israels, der würdige Nachfolger der Gaon Rabbi Abraham Izchak Hakohen Kuck ^"pixr , soll die in der neueren Zeit oft erstrebte Synthese von Thoragelehrsamkeit mit profaner Wissenschaft, von Geistes- und Herzensbildung, von echter Ethik und edler Gesinnung, kurz: von Judentum mit Menschentum in ihrer schönsten Entfaltung personifizieren. Er steht im besten Mannesalter, am Ende des fünften Jahrzehnts seines Lebens, jp^an *P nssrV » und man erwartet, daß es ihm gelingen wird, die Brücken zu schlagen zwischen Alter und Jugend, zwischen den Thoratreuen und den Freigeistern, und — last not least — zwischen den sich bekämpfenden Klassen der Erez-Israel-Judenheit. Als ein Mann, von iem gerühmt wird, daß uwn nrm nman ITH' hat er die besten Aussichten auf großen Erfolg. Es ist klar, daß der neue, aufstrebende Jischuw mit seiner so buntscheckigen jüdischen Bevölkerung, mit seinen so verzweigten Problemen, mit seinen so divergierenden Kräften und mit seinen ungeheuer schwierigen Aufgaben eine Persönlichkeit erster Potenz, verlangt und benötigt. Auf den neuen Landesrabbiner einen injn 's1? irwi ins *?3 ^mo xwv rma (vgl. Raschi zuNum. 27,16) sind nun die größten Hoffnungen gesetzt. Mögen sie alle in Erfüllung gehen, zum Segen für die jüdische Tradition, des ganzen Jischuw sowie des ganzen jüdischen Volkes. Uns Misrachisten erfüllt es mit besonderer Genugtuung, daß einer aus unseren Reihen dieses höchsten Postens für würdig befunden worden i s t. Dies soll uns auch fernerhin Ansporn sein, unser Leben so zu 5