Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 1 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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giertentag; die Fragen .der Parität, des binationalen Staates, der Kantonisierung, des Judenstaats eignen sich nicht zur Erörterung vor einem großen Forum. Der Delegiertentag konnte nur die Faktoren darstellen, die die Fortführung des jüdischen Aufbauwerks begünstigen, und die Faktoren, die dem Aufbauwerk hemmend entgegenstehen. Welche Faktoren überwiegen und entscheidend sein werden, wissen wir nicht. Der Delegiertentag konnte nur der Erwartung Ausdruck geben, daß es der Exekutive gelingen wind, dem historischen und unverjährbaren Recht des jüdischen Volkes auf Erez Israel volle Geltung zu verschaffen. Der Misrachi in Deutschland konnte nur die Stellung der Exekutive gegenüber der Außenwelt stärken, indem er sich geschlossen hinter sie stellte. Mit tiefem Schmerz wurde auf dem Delegiertentag von der anhaltenden Verletzung des Schabbat im öffentlichen Leben Palästinas gesprochen. Es wurde darauf hingewiesen, daß auch Ben Gurion dies auf einer Tagung der Histadruth rügen mußte. Wir hörten, daß in Petach Tikwah, einem Mittelpunkt der religiösen Kibbuziut, Regierungsarbeiten unter Beteiligung einer jüdischen Arbeiterorganisation am Schabbat durchgeführt wurden, und daß Arbeiter, die die Schabbatruhe beachten wollen, bisweilen keine Arbeit bekommen. Diese Galuterscheinung glaubten wir in Erez Israel überwunden. Entscheidend ist nicht, daß ein fast einstimmig angenommener, in feierlicher Form verkündeter Beschluß des Luzerner Kongresses nicht ausgeführt ist — das teilt dieser Beschluß mit vielen anderen Kongreßbeschlüssen — wichtiger ist, daß die führenden Kreise des jüdischen Volkes, die amSinai abgege'beneErklärung „Naasse wenischma" nicht erfüllen und die Bedeutung des jüdischen Gesetzes für das Leben des jüdischen Volkes und des jüdischen Landes noch nicht erkannt haben, daß sie nicht wissen, daß die Thora allein unser Leben jüdisch gestalten kann, daß sie uns mit unserer Vergangenheit verbindet und das einigende Band des jüdischen Volkes in der Gegenwart bildet, daß unser Anspruch auf Erez Israel sich auf die Thora gründet, und daß wir diesen Anspruch nur dann mit gutem Gewissen geltend machen können, wenn wir die Thora zur Richtschnur unseres Lebens machen. Wir erwarten, daß dieser Monat, der in Erez Israel dem Gedanken des Schabbat gewidmet ist, zur Verbreitung dieser Erkenntnis beiträgt. Die Fragen der Übersiedlung unserer Menschen nach Erez Israel nahmen einen breiten Raum bei den Verhandlungen des Delegiertentages ein. Der Versuch einer Mittelstandsalija konnte, da die Zertifikate im wesentlichen nur für Chaluzim bestimmt sind, und der Transfer zur Erlangung des Kapitalistenvisums lange Zeit dauert, noch keine praktischen Erfolge zeitigen. Die praktische Arbeit diente