Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 1-2 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Spannung, die bis jetzt zwischen Elternhaus und Bund und Schule und Bund geherrscht hatte, verschwand fast vollkommen, soweit sie durch das Streben des Bundes zur Chaluziut verursacht war. Heute gehört es für den größten Teil der jüdischen Jugend zu einer SelbstverständHchkeit, in irgendeinem Bunde „organisiert" zu sein. — Dieser Zustand erschwert die Erziehungsarbeit. Der Bund wird leider zum „Verein", da er jetzt zum großen Teile Zweckverband wird, und man hat oft den Eindruck, als wenn unsere Chawerim richtige Vereinsmenschen geworden sind, wie man sie früher nur in älteren Generationen kannte. Hinzukommt, daß die Beschränkung der Fahrten und der notwendige Verzicht auf gemeinsame Tracht die Gestaltung eines eigenen Bundesmilieus erschwerte. Es ist selbstverständlich, daß aus der Konsequenz der Bundesideologie die Führer zur Alija gehen. Dadurch entsteht ein sich immer stärker auswirkender Führermangel. Der Bund ist daher gezwungen, schon sehr jungen Menschen kleine Gruppen zum Führen zu geben. Es erwächst ihm damit gleichzeitig die besonders wichtige Aufgabe der Jungführer-Erziehung, der ein großer Teil der Gesamterziehungsarbeit des Bundes gewidmet ist. Die Arbeit im Brit Hanoar schel „Zeire Misrachi", der zu Tora wa'Awoda erzieht, ist schon dadurch erschwert, daß in der Erfüllung jüdischer Formen Bund und Elternhaus meistens gleichgerichtet sind, unsere Jugend meist konservativ gerichtet ist, und daher die Schaffung eines Milieus, in welchem das jüdische Gesetz und die jüdische Tradition neu belebt werden, besondereAnf orderungen an die Gemeinschaft und den Jugendführer stellt. Die sinnvolle Erfüllung der Mizwa sowohl im Leben des Einzelnen als auch in der Gemeinschaft muß das Ziel jedes Chawers und jeder Gruppe sein. Diese Einstellung ist für den chaluzischen Aufbau Erez Israels in unserem Sinne unbedingt erforderlich. Das Leben in der Kwuza erfordert von jedem Menschen eine ehrliche Auseinandersetzung mit allen Gesetzen und Anforderungen der Tora und eine grundsätzlich andere Einstellung zur gemeinschaftlichen Wirtschaft und den damit zusammenhängenden Problemen. Diese Erziehungsarbeit kann normalerweise nur in zahlenmäßig kleinen Kwuzot (Gruppen) geleistet werden, da dem Führer (Madrich) die Möglichkeit gegeben sein muß, mehrere Jahre mit jedem Chawer in enger persönlicher Beziehung zu stehen. — Durch den dauernden Wechsel und die Alija der Madrichim ist eine solche geregelte Arbeit in den letzten Jahren unmöglich geworden, und wir waren mehr und mehr gezwungen, viele Gruppen zusammenzulegen und in vielen Fällen mehrere Gruppen einem Chawer zur Führung anzuvertrauen. Oft kommt es vor, daß Jungen Mädchengruppen führen und umgekehrt, und sogar Gruppen eine längere Zeit führerlos bleiben. Um diesem xMangel etwas entgegenzuwirken, wurden im letzten 30