Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 1-2 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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für den Nachfolger von Raw Kuk zu beginnen und die religiösen Angelegenheiten in Jerusalem zu ordnen. Hierzu ist ein religiöser Rat gebildet, der mit der notwendigen Arbeit für die Ordnung der religiösen Gemeindeangelegenheiten in Jerusalem begonnen hat. 2. Kaschruth. Auf dem letzten Kongreß ist auf Grund einer Vereinbarung zwischen uns und der Arbeiterpartei bestimmt worden, daß die allgemeinen Küchen der Histadruth im Lande kascher geführt werden. In Verbindung hiermit fanden eingehende Verhandlungen statt. Die Vertreter der Histadruth forderten Befreiung von der Schächtabgabe für das Fleisch, das sie für ihre Küchen kaufen. Nach Beratungen mit den Vertretern der Gemeinden und des Rabbinats ergab sich, daß dies unmöglich ist, da die Schächtabgabe die finanzielle Grundlage für den Bestand der Gemeinden bildet, und da, wenn man diesem Verlangen nachgeben würde, auch die anderen Institutionen und Küchen die gleichen Forderungen stellen würden. Die Gemeinde Tel Awiw hat sich bereit erklärt, den Betrag der Schächtabgabe als Arbeitslosenvergütung für die Arbeitslosen zu erstatten. Hiermit hat sich die Histadruth nicht einverstanden. erklärt; die Verhandlungen hierüber dauern noch an. In der Zentralküche der Histadruth in Tel Awiw wird koscheres Fleisch gekauft, das koscher gemacht wird, ebenso wird auf die Trennung von milchig und fleischig geachtet, jedoch will man sich keiner Aufsicht von außen unterwerfen, auch wird am Schabbat gekocht. In anderen Orten ist man noch nicht einmal soweit gekommen, daß koscheres Fleisch gekauft wird. Selbstverständlich kann dieser Zustand uns nicht befriedigen, und wir haben uns in einem scharfen Brief an Prof. Weizmann gewandt, damit er durch seinen Einfluß die Verhältnisse seiner Zusage gemäß bereinigt, damit neuerliche Verschärfungen und von niemandem gewünschte Folgen vermieden werden. 3. Politik. Die politische Lage hat sich, wie bekannt, in letzter Zeit durch die Haltung der Mandatarmacht in für den Aufbau des Landes lebenswichtigen Fragen als Folge des italienischen Krieges erheblich verschlechtert. Sofort nach Bekanntwerden der Pläne der Regierung in bezug auf den Legislative Council, die Verringerung der Einwanderung und des Verbotes des Bodenverkaufs, haben wir beschlossen, die Weltjudenheit anzurufen, um eine einheitliche Protestbewegung m der ganzen Welt zu veranlassen. Diese ist in außergewöhnlicher Weise erfolgt. Mit Rücksicht auf die Lage der Juden in der Welt und besonders in einigen europäischen Ländern, die sich von Tag zu Tag verschlimmert, haben wir es für unsere Pflicht gehalten, unsere Landesorganisationen auf die historische Notwendigkeit einer ge- 26